Getauft im Heiligen Geist: Was es wirklich bedeutet
Gottesdienst vom 14.06.2026 | Prediger: Georg Messerschmidt
Ihr habt heute früh eine gute Entscheidung getroffen. Wisst ihr, welche Entscheidung das ist? Dass ihr heute zum Gottesdienst gekommen seid. Das ist die beste Entscheidung, die ihr heute treffen konntet. Die Bibel sagt: „Der Glaube kommt aus dem Hören und das Hören kommt von der Predigt.“ Deshalb bewundere ich jeden, der sich die Zeit nimmt, und bin sehr glücklich darüber.
Wir hatten beim letzten Mal schon ein wichtiges Thema angeschnitten: den Heiligen Geist im Alten Testament. Wir sind noch nicht in die ganze Tiefe gegangen, aber wir konnten lernen, dass der Heilige Geist nicht nur etwas rein Neutestamentliches ist. Ihn gab es schon immer. Als Jesus auf dem Weg zu Johannes dem Täufer an den Jordan kam, sprach Johannes einen entscheidenden Satz aus. Er erwähnte, wie sich der Heilige Geist im Neuen Testament unter uns bewegen wird und wie er sein wird.
Johannes antwortete den Leuten, die um ihn herumstanden und sich taufen lassen wollten: „Ich zwar taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, dessen bin ich nicht würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“
Wir haben im Alten Testament gesehen, dass, wenn der Heilige Geist auf bestimmte Menschen traf, diese zutiefst bewegt wurden. Warum ist das so? Es ist ganz klar: Der Heilige Geist, so sagt die Bibel, ist die Dynamis, also die Kraft, und das Feuer. Es ist die Kraft, durch die das ganze Universum gemacht wurde. Wenn diese Kraft des Heiligen Geistes in einem Menschen freigesetzt wird, dann wird alles berührt – im Geist, in der Seele und sogar im Leib.
Was bedeutet das Wort „Taufe“ eigentlich?
Schauen wir uns den Heiligen Geist im Neuen Testament genauer an. Johannes sagt zu den Leuten: „Ich taufe euch zwar mit Wasser, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.“ Uns begegnet hier gleich zu Beginn zweimal das Wort Taufe. Was passiert in euch, wenn ihr dieses Wort hört? Wahrscheinlich denkt ihr zuerst an Wasser. Wir lesen hier das deutsche Wort Taufe. Im Griechischen, als Johannes diese Worte sprach, wurde jedoch das Wort baptizein verwendet. Es stellt sich die Frage, ob sich das mit unserem heutigen Verständnis des Wortes deckt.
Jesus wird uns mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Und keine Bange: Niemand wird im natürlichen Sinne verbrennen. Es geht um ein geistliches Feuer. Um das besser zu verstehen, habe ich mich auf den Weg gemacht und recherchiert. Es ist immer gut, zu studieren. Paulus sagt, unsere Erkenntnis ist Stückwerk. Deshalb ermutige ich jeden, auch zu Hause die Bibel aufzuschlagen, vielleicht auch mal ein Bibellexikon zur Hand zu nehmen und selbst nachzuforschen. Natürlich dürft ihr bei Fragen immer auf die Ältesten oder auf Menschen zugehen, die schon länger im Glauben stehen. Auch Hauskreise und Seminare sind wunderbare Orte, um zu wachsen. Aber der erste Schritt ist oft, die eigene Bibel aus dem Schrank zu nehmen, abzustauben und aufzuschlagen. Man muss sich schon ein wenig investieren – wo finde ich Hesekiel, wo beginnt das Neue Testament?
Ich habe Material herausgesucht, um zu verstehen, woher das deutsche Wort „Taufe“ überhaupt stammt. Für manche Menschen bedeutet Taufe heute lediglich die Besprengung mit etwas Wasser auf den Kopf. Für andere bedeutet es das vollständige Untertauchen in einem Becken. Wir lesen hier jedoch, dass Taufe nicht zwingend an das Medium Wasser gebunden ist – man kann auch im Geist und im Feuer getauft werden.
Das deutsche Wort geht historisch weit zurück. Im vierten Jahrhundert nach Christus übersetzte Wulfila die Bibel für die Goten. Da die germanischen Stämme damals noch keine einheitliche Schrift hatten, formte er aus Runen die gotische Schrift. In dieser ersten gotischen Bibel tauchte für diesen Begriff das Wort daupjan auf. Ein ähnliches Wort fand später auch den Weg in den englischen Sprachraum, bis sich in unserer Sprache schließlich das Wort „Taufen“ bildete.
Was alle diese frühen Übersetzer mit dem griechischen Original gemeinsam hatten: Das Wort bedeutet „tief eintauchen“ oder „untertauchen“. Es ging nicht darum, jemanden nur leicht mit Wasser zu besprengen. Der Sinn des Untertauchens ist, dass das Wasser einen völlig umschließt. Man taucht tief unter und steht aus dem Wasser auf zur Neuheit des Lebens. Das Alte ist gestorben, siehe, alles ist neu geworden. Der symbolische Charakter der Taufe ist eine völlige Veränderung, die den ganzen Menschen durchdringt, sodass nichts unberührt bleibt.
Das tiefe Eintauchen in den Heiligen Geist
Genau das meint Johannes prophetisch: Jesus wird euch tief in den Heiligen Geist eintauchen. Es ist wie bei einem U-Boot – man taucht tief unter, sodass alles umschlossen wird. Gott möchte, dass wir im Heiligen Geist regelrecht untertauchen. Stell dir vor, du bist wie ein Schwamm. Wenn du einen Schwamm ins Wasser legst, saugt er sich voll und wird total vom Wasser durchdrungen. So sollen wir vom Heiligen Geist durchdrungen werden.
Hier liegt der große Unterschied zum Alten Testament. Damals kam der Heilige Geist oft nur speziell für eine bestimmte Aufgabe auf die Menschen. Im Neuen Testament verändert sich das grundlegend. Gott will dich in den Situationen deines Lebens nicht mehr allein lassen. Bei jeder Herausforderung, bei jedem Streit, bei jeder Uneinigkeit mit Mitmenschen möchte der Heilige Geist dabei sein.
Früher musste man nach Jerusalem reisen, um der Heiligkeit Gottes im Tempel nahe zu sein. Doch wenn du heute wie ein Schwamm mit dem Heiligen Geist getränkt bist, ist es ganz egal, wo du dich befindest. Der Vorhang im Tempel, hinter dem die Heiligkeit Gottes verborgen war, ist zerrissen. Du wirst tief in den Heiligen Geist eingetaucht.
In 1. Thessalonicher 5,23 heißt es: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig, und euer ganzer Geist und Seele und Leib werden ganz im Heiligen Geist bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“ Gott nimmt uns auf, er durchdringt uns. Deshalb bedeutet dieses Eintauchen, dass du jeden Morgen, jeden Abend und in jeder Nacht einen Partner in dir hast. Du bist nie mehr allein, weil der Heilige Geist in dir lebt.
Der Heilige Geist als unser Tröster
Im Johannesevangelium (14,16) sagt Jesus: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei bis in alle Ewigkeit.“
Egal, welche Sorgen oder Ängste du hast, selbst wenn die Welt unterzugehen scheint: Du hast einen Tröster, der bis in Ewigkeit bei dir ist. Nichts und niemand kann ihn von dir wegtreiben oder wegschicken. Er ist in dir, weil du im Heiligen Geist getauft bist.
Ein paar Verse weiter, in Johannes 14,26, erklärt Jesus: „Der Tröster, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, er wird euch alles lehren und an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“
Manchmal stehst du vor einer Situation, bist völlig baff und weißt nicht, was du tun sollst. Aber du bist getränkt im Heiligen Geist! Er, der Tröster, will dich lehren und dich erinnern. In schwierigen Momenten, wenn niemand helfen kann – kein Berater, keine Eltern, niemand sonst –, kannst du sagen: „Heiliger Geist, mein Latein ist am Ende. Ich weiß nicht weiter. Aber ich weiß, du kommst vom Himmel, in dir liegt alle Weisheit und Kraft. Ich übergebe es dir, jetzt bist du am Zug.“ Wir können fest damit rechnen, dass er eingreift.
Auch in Johannes 15,26 spricht Jesus über dieses Wirken: „Wenn aber der Tröster gekommen ist, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.“ Er nimmt dich an die Hand und führt dich durch jede Herausforderung. Er muss nicht weit greifen, denn er ist schon in dir gegenwärtig. Er leitet dich sicher.
Eine weitere wunderbare Stelle finden wir in Apostelgeschichte 9,31: „So hatten denn die Versammlungen durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurden erbaut und wandelten in der Furcht des Herrn und wurden vermehrt durch den Trost des Heiligen Geistes.“
Das alles passiert durch den Tröster. Er tröstet nicht nur, indem er uns zuspricht, dass Gott, unser himmlischer Vater, sich um alles kümmert. Er schafft auch Frieden. Nicht nur einen äußeren Frieden, sondern tiefen, inneren Frieden in dir, egal wie stürmisch es um dich herum aussieht. Du kannst dich zurücklehnen, weil die innere Unruhe weicht.
Ein Tempel des Heiligen Geistes
Es gibt natürlich noch viel mehr Eigenschaften und Bibelstellen über das, was der Heilige Geist tut. Es ist ein gewaltiges Thema, wie man mit dem Heiligen Geist getauft wird, welche Zeichen ihn begleiten und wie er sich im Neuen Testament auswirkt. Daran werden wir auch in Zukunft weiter anknüpfen.
Wir können Gott nur von Herzen danken. Das Neue Testament sagt uns, dass wir nicht nur wie ein Schwamm sind, der sich vollsaugt, sondern dass wir ein Tempel des Heiligen Geistes werden, in dem Gott selbst wohnt. Da ist kein trennender Vorhang mehr. Er wohnt gerne in jedem Einzelnen von uns und fühlt sich dort wohl wie in einem Tempel. Danke, Jesus, dass du zum Vater gegangen bist und uns diesen Heiligen Geist gesendet hast, damit er in all unseren Lebenssituationen unser Tröster ist und Göttliches in uns bewirkt.
Ich wünsche jedem Einzelnen eine so tiefe, lebendige Beziehung zum Heiligen Geist. Macht es euch zur Gewohnheit, ihn am Morgen zu begrüßen. Seid getränkt in ihm. Möge der Herr euch durch den Heiligen Geist Tag für Tag, Minute für Minute im Alltag leiten – egal ob bei einer schwierigen Aufgabe, bei einem wichtigen Termin oder beim Arztbesuch. Der Heilige Geist ist immer bei euch.
(Transkribiert und zusammengefasst von KI)
