Wenn du feststeckst: Wie du geistliche Resilienz durch Gottes Zuspruch findest
Gottesdienst vom 12.07.2026 | Prediger: Roland Klement
Ein Gebet des Dankes und der Hingabe
Jesus, wir danken dir. Ich danke dir für jedes kleine Opfer, das gegeben wird. Ich danke dir dafür, dass du die kleinen Opfer segnest. Diesen kleinen Penny von der Witwe hast du nicht verachtet – im Gegenteil, du hast darauf hingewiesen und gesagt, dass das, was sie gibt, etwas ganz Großes ist. Danke, Jesus, dass du unsere Finanzen segnen willst. Danke, dass du uns dadurch auch zeigst, dass deine Größe unausforschlich und unermesslich ist. Du kannst viel mehr geben, als wir uns überhaupt vorstellen können. Ein volles, gerütteltes und geschütteltes Maß – das ist es, was du für uns hast.
Ich segne nun die Geber und die Gaben und bitte dich, dass du uns als Gemeinde dieses Geld verantwortungsvoll annehmen, verwalten und ausgeben lässt, für die wichtigen Dinge, die getan werden müssen und die uns voranbringen. Danke, Jesus, dass du uns voranbringst. Du bist unser Voranbringer, und danke, dass du uns das heute auch zusagen willst. Segne meine Lippen, segne jeden, der zuhört, und lass uns deine Stimme hören. Amen.
Das Gefühl, im Leben festzustecken
Jeder Mensch hat Herausforderungen. Jeder steht in seinem Leben vor ständigen Aufgaben. Auch ich stehe vor ständigen Herausforderungen in meinem Alltag, bei denen ich manchmal denke: Wie soll ich das nur schaffen? Wie kriege ich das hin? Ich sehe, dass viele vor großen Hürden stehen, und oft sind es genau diese Dinge, die uns im Leben blockieren.
Es gab und gibt Zeiten in meinem Leben, da fühle ich mich festgefahren. Es ist wie bei einem vollbeladenen LKW, der in tiefen Sand gefahren ist. Die Räder drehen durch, und man kommt einfach nicht weiter. Es gibt Menschen, die vielleicht genau in diesem Moment in einem Gefühl von Hilflosigkeit oder Machtlosigkeit feststecken. Vielleicht geht es beruflich gerade nicht weiter, oder es geht zwar weiter, aber es müssen noch so viele Hürden bewältigt werden. Es ist noch ein harter, weiter Weg, bis man es geschafft hat, und man braucht gerade unfassbar viel Kraft. Manchmal fühlt man sich verloren, vielleicht sogar innerlich wie tot.
Warum sitzen wir fest? Ich habe mich gefragt, warum wir immer wieder das Gefühl haben, nicht weiterzukommen, uns im Kreis zu drehen. Wir gehen ein Stückchen vorwärts, dann kommt wieder ein Schlag, und wir müssen zurückgehen – manchmal sogar weiter zurück, als wir eigentlich gekommen sind. Wir stellen fest: Wirkliche Veränderungen zu bewirken oder zu erleben, ist ein unglaublich schwerer Prozess. Warum gelingen uns keine Veränderungen, die von Dauer sind?
Die Grenzen der eigenen Willenskraft
Wenn ich mich verändern will, dann nehme ich meistens meinen ganzen Willen zusammen. Ich sage mir: Ich will das jetzt durchziehen, ich nehme das in die Hand, ich plane dies und jenes. Mit meiner ganzen Kraft und Energie will ich vorwärtskommen. Doch dann stelle ich fest: Mit der reinen Willenskraft geht es ein oder zwei Tage gut, und dann lässt der Wille schon wieder nach. Er bröckelt vor sich hin und wird wieder gefangen genommen von neuen Problemen, von Ablenkungen oder Dingen, die anderweitig auf mich einprasseln. Ich lasse mich ablenken, und schon ist es vorbei mit dem starken Willen. Dann merke ich: Viel weiter gekommen bin ich nicht. Ich stecke schon wieder fest.
Ich bin so froh, dass es den Apostel Paulus gibt. Er beschreibt im Römerbrief ein Prinzip, das er an sich selbst festgestellt hat. Es geht dabei um das Feststecken in Verstrickungen und Schuld. Paulus schreibt sinngemäß: Er stellt ein Gesetz des Bösen in sich fest, obwohl er doch das Gute tun will. Seiner innersten Überzeugung nach stimmt er dem Gesetz Gottes freudig zu, aber in seinen Gliedern sieht er ein anderes Gesetz wirken, das mit seinem Inneren im Streit liegt und ihn zu seinem Gefangenen macht. Er ruft aus: „Ich unglückseliger Mensch, gibt es denn niemand, der mich aus dieser tödlichen Verstrickung befreit?“
Doch! Er gibt die Antwort selbst: „Dafür danke ich Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.“
Es gilt also beides: Der innersten Überzeugung nach dient man Gott, aber der Natur nach folgt man oft dem Gesetz der Trägheit, der Ablenkung oder dem Gesetz des eigenen, begrenzten Willens. Oft steht mein Wille, etwas zu tun oder zu lassen, mir derart im Weg, dass ich nicht weiterkomme. Etwas lähmt mich. Ich wollte mich verändern, wollte mich selbst motivieren, machte kleine Fortschritte – und zack, lähmt mich wieder etwas. Ich fühle mich förmlich „paralyzed“ (gelähmt).
Ich sage euch etwas: Willenskraft ist nur eine begrenzte Ressource. Sie schwindet. Sie lässt mit der Zeit nach, und Bequemlichkeit oder Ablenkung gewinnen wieder die Oberhand. Wer befreit mich aus dieser Verstrickung? Gott sei Dank gibt es jemanden außerhalb von mir, der eine Lösung hat. Durch Jesus Christus bin ich grundsätzlich bereits befreit. Er hat alles getan, damit ich aus Verstrickungen und Lähmungen gelöst werde.
Die wahre Kraft zur Veränderung
Paulus hatte verstanden: Ich kann mich nicht selbst befreien. Also brauche ich eine Kraft, die ich selbst offensichtlich nicht besitze. Diese Kraft kam von Jesus. Paulus entdeckte, dass er allein den Karren oft in den Sand fährt – aber Gott kann ihn herausziehen.
Die Kraft, mit der Jesus Christus aus dem Grab auferstanden ist, steht auch dir und mir zur Verfügung! Dieselbe Kraft zur Veränderung, die Paulus geholfen hat, ist für uns da. Am Ende meiner Begrenzungen und meiner eigenen Kraft steht die Kraft Gottes. Er ist immer da, und er ist für mich. Wenn ich schwach bin, dann ist er stark – und zwar so stark, dass ich überwinden kann.
Was ist nun unsere Entscheidung? Wir dürfen im Heiligen Geist wandeln. Wir müssen gewisse Gewohnheiten in unserer Lebensweise und eine innere Haltung einüben, die uns Kraft gibt, Veränderung durchzuhalten. Ich nenne diese Kraft „geistliche Resilienz“.
Was ist geistliche Resilienz?
Wir alle machen Verlusterfahrungen oder erleben Ohnmacht, Ablehnung und berufliche Rückschläge. Anträge werden abgelehnt, immer wiederkehrende, lähmende Gedanken tauchen auf – etwas, das wir in der Seelsorge sehr häufig beobachten. Dazu kommt die Angst vor globalen Krisen; man kann fast verzweifeln an dem, was gerade in der Welt geschieht.
Reagiere ich darauf kraftlos und ängstlich, oder lebe ich aus einer himmlischen Ressource? Kann ich mich auf Erschütterungen geistlich vorbereiten? Ich ermutige euch, eure geistliche Resilienz zu stärken.
Resilienz ist ganz allgemein die Fähigkeit eines Menschen, einer Gemeinschaft oder eines Systems, Krisen oder Rückschläge zu bewältigen, sich davon zu erholen und im besten Fall sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Es ist eine innere Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit in schwierigen Situationen. Geistliche Resilienz ist demnach die Fähigkeit, mit Hilfe des Heiligen Geistes und durch seine Kraft Herausforderungen zu bewältigen und aus Festgefahrenheiten herauszukommen.
Das hat nicht nur mit einem stillen Glauben zu tun, sondern auch mit dem, was wir bekennen. In Römer 10, Vers 10 heißt es: „Denn wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird gerecht und gerettet.“ Der Heilige Geist instruiert uns. Er gibt uns hilfreiche Worte auf den Weg, schenkt uns Bibelworte und lehrt uns, wie wir mit schwierigen Situationen besser umgehen können. Das erfordert, dass wir Zeit mit Gott verbringen, dass wir direkt zu ihm gehen und sagen: „Herr, hilf mir, ich komme hier nicht weiter, ich stecke fest.“
Das Sprachengebet als Schlüssel zum Frieden
Ich mache oft die Erfahrung: Wenn ich in einer Situation feststecke, nicht weiterweiß, keine Worte mehr habe und mich hilflos oder gefangen fühle, dann hilft das Sprachengebet. Anstatt nur mein Elend, meinen Ärger oder meine Verzweiflung vor Gott auszubreiten, bete ich im Geist. Dadurch kommt eine ganz andere Dimension in meine Gefühlswelt. Der Heilige Geist nimmt sich der Situation an. Mit den Worten, die der Geist mir gibt, befinde ich mich plötzlich in einer anderen Realität, in seiner Gegenwart. Meine Worte müssen sich nicht mehr anstrengen, alles perfekt formulieren zu wollen.
Durch dieses Reden in Sprachen kommt oft ein tiefer Friede. Eine andere Kraft fließt in mich hinein, sodass ich danach fähig bin, mein Problem viel bestimmter und klarer zu Gott zu bringen und erste Antworten von ihm zu empfangen. Es entsteht das Gefühl: „Ja, ich bin da. Ich bin für dich. Du bist mit deinem Problem nicht allein.“ Der Heilige Geist schenkt uns Gaben zur Hilfe und Unterstützung.
Und wenn ich so bete und meine Tränen langsam trocknen, dann fühle ich mich plötzlich geliebt. Ich spüre, da ist jemand, der meinen ganzen Mist sieht, aber mich bedingungslos liebt. Es ist eine Verankerung in Gottes Liebe, eine feste Zuversicht: Gott glaubt noch an mich, so wie ich an ihn glaube. Keine Widrigkeit und keine Kraftlosigkeit kann dich aus Gottes Hand reißen.
Finde den Mut für die Veränderung, die du dir wünschst, die Kraft, es durchzuziehen, und den Glauben daran, dass sich alles zum Besten wenden wird. Das schaffst du mit der Hilfe des Heiligen Geistes.
Alles dient zum Guten
Jesus liebt uns so sehr, dass uns alle Dinge zum Besten dienen können. Im Römerbrief heißt es sinngemäß, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten mitwirken lässt. Auch wenn eine Situation kaum noch auszuhalten ist, auch wenn man manches nicht versteht und es scheinbar nicht mit dem Bild eines liebenden Vaters übereinstimmt: Er hat uns schon vorher im Blick gehabt. Er hat uns dazu bestimmt, seinem Sohn in Wesen und Gestalt gleich zu werden.
Was können wir jetzt noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer sollte gegen uns sein? Welcher Umstand sollte uns noch aufhalten? Er hat nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern ihn für uns ausgeliefert – wird er uns dann noch irgendetwas vorenthalten?
Bei allen Umständen, in denen du kämpfst, ist die Liebe Gottes viel stärker. Unser Fundament in Jesus Christus gerät nicht ins Wanken. Gott weiß, was für dich gut ist, er weiß, wohin du dich entwickelst, und er freut sich darauf, dass es so wird, wie er es sich gedacht hat. Er spricht seine Wahrheit in unsere ängstlichen und trügerischen Gedanken hinein. Durch seine Liebe erinnert er uns immer wieder daran, dass wir bedingungslos zu ihm gehören und dass er uns niemals fallen lässt. Das ist das Einüben von geistlicher Resilienz.
„Bitte geh nicht – Ich brauche dich“
Um das zu veranschaulichen, möchte ich eine Geschichte aus der Welt des Fußballs teilen. Berti Vogts war in den 90er Jahren der deutsche Bundestrainer. Bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA war die deutsche Mannschaft auf dem Weg ins Halbfinale. Der Gegner im Viertelfinale hieß Bulgarien. Man dachte: „Bulgarien machen wir mit links. Was soll sich uns da schon entgegenstellen?“ Doch Bulgarien hatte starke Spieler, und am Ende schied die deutsche Mannschaft völlig überraschend aus.
Es gab einen nationalen Aufschrei. Woran lag es? Sofort hieß es: Der Trainer muss weg. Berti Vogts sei zu sanft, er könne keine Mannschaft formen, er sei der falsche Mann. Die Medien wurden extrem brutal. Eine große Boulevardzeitung titelte: „Berti, bitte geh!“ Einen Tag später setzten sie noch eins drauf und druckten ein fiktives Rücktrittsschreiben des DFB mit der Aufforderung: „Herr Vogts, unterschreiben Sie hier!“ Fieser ging es kaum.
Berti Vogts saß danach allein zu Hause am Niederrhein und dachte: Was nun? Die Medien nennen mich einen Versager, einen Spinner. Er rief den damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun an und wollte seinen Rücktritt einreichen. Braun sagte ihm jedoch, er solle erst einmal abwarten.
In einem späteren Interview erzählte Vogts, was dann geschah. Er sagte, dass das, was er damals durchgemacht habe, mehr als ein Fegefeuer gewesen sei und er es seinem schlimmsten Feind nicht wünsche. Doch dann klingelte bei ihm zu Hause das Telefon. Am Apparat war der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl. Er rief an, um Vogts zu sagen, er solle sich nicht hängen lassen und keinen Fehler machen. Und dann sagte der Kanzler den entscheidenden Satz: „Hör bitte nicht auf. Wir brauchen dich.“
Berti Vogts erzählte später, dass er diesen Spruch nie vergessen wird. Wenn es ihm schlecht ging, dachte er an dieses „Wir brauchen dich“. Dieser Zuspruch gab ihm die Kraft zu sagen: „Ja, ich mache weiter. Ich werde nicht zurücktreten, ich werde kämpfen.“ Er formte in der Folge eine völlig neue Mannschaft und wurde mit ihr 1996 Europameister.
Der unbedingte Zuspruch Gottes
Vogts musste in seiner Karriere viele Rückschläge verkraften, aber dieser eine Satz gab ihm Resilienz. Genauso dürfen wir wissen: Gott sagt zu uns: „Ich brauche dich.“ Und er sagt es im genau richtigen Moment.
Jesus sagt: „Gib nicht auf, mach weiter. Ich brauche dich.“ Das ist der unbedingte Zuspruch Gottes. Er sagt: „Ich habe dich lieb, ich kenne deine Ressourcen und Fähigkeiten. Wenn du dich jetzt aufgibst, verpasst du die Chance, noch einmal neu zu denken und die Dinge neu anzupacken.“ Das ist das Wort, das der Herr in unsere ausweglosen Situationen hineinspricht.
Die wahre Kraft zur Veränderung liegt in diesem bedingungslosen, liebenden Zuspruch Gottes. Ein reifer Christ ist jemand, der weiß, welche Möglichkeiten Gott hat, und der trotz all seiner Unzulänglichkeiten, Fehler und Versagen weitermacht. Du kannst beten, dass der Herr in deine Situation hineinspricht und dir die Kraft zur Veränderung gibt – eine Kraft, die nicht in deiner eigenen Willensanstrengung liegt, sondern in dem Willen Gottes für dich. Mit deinen Begabungen, deinen Möglichkeiten und deiner Einzigartigkeit kannst du Neues bewirken.
Unerschütterlich auf Gottes Zusagen stehen
Zum Abschluss möchte ich euch zwei Bibelworte mit auf den Weg geben.
In Jesaja 54,10 heißt es:
„Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.“
Wenn du dich nicht resilient fühlst, dann stell dich auf dieses unerschütterliche Fundament.
Und in Hebräer 4 lesen wir, wie wir diese Unerschütterlichkeit bewahren können:
„Da wir nun einen großen Hohepriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis! Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.“
Jesus Christus tritt für uns ein. Wir dürfen voller Zuversicht und ohne Angst vor den Thron der Gnade kommen. Geistliche Resilienz entsteht, wenn du spürst, dass Gott zu dir sagt: „Ich brauche dich. Ich bin für dich da. Gib nicht auf, entdecke die Möglichkeiten, die ich für dich habe.“
Danke, Jesus, dass du uns so liebevoll zusprichst weiterzumachen. Du gibst uns die Kraft, uns zu verändern, wenn wir feststecken oder das Gefühl haben, wir machen zwei Schritte vor und einen zurück. Danke, dass du unbedingt für uns bist. Danke für deinen Zuspruch. Heiliger Geist, danke, dass du unsere Kraftquelle bist. Segne uns mit der Gewissheit, dass du mit uns gehst. Du vergibst unsere Schuld, wirfst sie ins Meer und bist an unserer Seite, wenn wir weitergehen. Amen.
(Transkribiert und zusammengefasst von KI)
