Fisch, Honig und eine lebendige Hoffnung: Auf dem Weg nach Emmaus

Gottesdienst vom 05.04.2026 | Prediger: Georg Messerschmidt

Ein herzliches Willkommen! Schön, dass ihr alle da seid. Heute ist eines der wichtigsten Ereignisse und damit auch einer der wichtigsten Gottesdienste überhaupt, der das Christentum ausmacht. Wenn es diesen Tag nicht geben würde, wenn es dieses Ereignis nicht geben würde, dann hätten wir heute kein Christentum.

Ich weiß nicht, worüber du geredet hast, als du dich auf den Weg gemacht hast, hierher zum Gottesdienst zu kommen. Wenn man irgendwohin geht, was man noch nie erlebt oder gesehen hat, dann redet und diskutiert man. Man spricht auch über die Vergangenheit. Wir kommen gerade aus dem Karfreitag, wo verschiedene Dinge passiert sind. Nun wissen wir aber, dass dieser Karfreitag nicht im Sinne von „Car Racing“ oder Autos gemeint war, sondern eine ganz andere, tiefere Bedeutung hat. Da ist etwas Gewaltiges passiert.

Ich möchte heute auf eine Geschichte in der Bibel eingehen. Zwei Personen stehen dabei im Vordergrund, und einer der Namen steht in der Bibel geschrieben: Wir lesen das in Lukas Kapitel 24, Vers 18. Da ist ein Mann namens Kleopas. Wer hat den Namen Kleopas schon mal gehört? Wir kennen Jesus, Abraham, Adam, Eva, Elias – wer sich in der Bibel auskennt, kennt viele Namen, aber diesen Kleopas übersehen wir oft. Dabei haben wir sehr oft das gleiche Problem wie dieser Kleopas.

Der Weg nach Emmaus

Er war mit einem Freund, die Bibel nennt die beiden Jünger, unterwegs. Sie kamen aus Jerusalem und waren auf dem Weg nach Emmaus. Man weiß heute nicht mehr genau, wo diese Stadt lag, aber es war ein Dorf, etwa 6 bis 11 Kilometer von Jerusalem entfernt. Wer schon einmal in Israel war, weiß: Es ist eine wunderschöne Gegend mit einer tollen Landschaft und wunderbaren Menschen.

Zurück zu Kleopas und seinem Begleiter. Sie waren zu Fuß unterwegs und hatten die Ereignisse der Karwoche im Rücken. Jesus war gekreuzigt worden. Ein unschuldiger Mensch wurde getötet. Worüber spricht man nach so einem Ereignis? Man spricht genau darüber. Sie sprachen die ganze Zeit darüber. Und plötzlich schließt sich ihnen jemand an, läuft neben ihnen her, hört zu und fragt: „Wovon sprecht ihr da?“

Kleopas merkte sofort: Das muss ein Fremder sein. Er sagte sinngemäß: „Du bist bestimmt der einzige Mensch in ganz Jerusalem und Umgebung, der noch nicht mitbekommen hat, was da gerade passiert ist.“ Und was fragt Jesus daraufhin? „Was ist denn passiert?“

Interessanterweise erzählte Kleopas dann die ganze Geschichte. Wenn du Zeit hast, lies diese Geschichte in Lukas Kapitel 24 gerne nach. Es lohnt sich, alle vier Evangelien zu lesen, um ein rundes Bild der Ereignisse zu bekommen.

Wenn die Hoffnung stirbt

Kleopas und sein Begleiter waren Jünger Jesu. Sie hatten alles mitbekommen. Sie klagten über die Ereignisse und sagten zu Jesus – der sie begleitete, den sie aber nicht erkannten: „Wir aber hofften, dass er es sei, der Israel erlösen sollte. Und über all das ist heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist.“

Jesus war tatsächlich am dritten Tag auferstanden. Er geht mit den Emmaus-Jüngern, und sie erklären ihm, dass Jesus eigentlich auferstanden sein sollte, ohne zu begreifen, wer da neben ihnen läuft.

Was bewegte diese Jünger? Sie hatten so viel gehofft. Sie sahen Jesu Taten, hörten seine Worte, erlebten, wie er den Glauben neu inspirierte. Und nun dachten sie, die ganze Hoffnung sei gestorben. Es gibt das Sprichwort: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Genau das drückte Kleopas aus. Sie hatten gehofft, dass Jesus das Königreich Israel neu belebt, dass er Priester und König wird, die Kornkammern füllt und das Leben in Israel neu gestaltet – ohne die Bedrohung durch die Römer. Diese Hoffnung war laut Kleopas gestorben.

Was hoffen wir in unserem Leben? Kommen wir vielleicht oft in den Gottesdienst mit der Hoffnung, dass schlagartig alle unsere irdischen Leiden enden? Dass das Auto nicht mehr kaputtgeht, man nie wieder krank wird, Sorgen verschwinden und Beziehungsprobleme sofort gelöst sind? Genau das hatten diese Leute damals auch gehofft. Und nun war diese Hoffnung scheinbar am Kreuz gestorben.

„Oh, ihr Toren“

Sie merkten nicht, dass derjenige, der mit ihnen sprach, genau der war, der gestorben und auferstanden war. Zuvor in der Bibel lesen wir, wie Petrus und Johannes um die Wette zum Grab rannten, als sie hörten, Jesus sei auferstanden. Das Grab war leer. Jesus war nicht mehr da.

Wo bleibt Jesus in unserem Leben? Was tat Jesus, als er sich die Klagen von Kleopas anhörte? Er sagte etwas sehr Direktes: „Oh, ihr Toren.“ Heute würden wir vielleicht sagen: „Seid ihr blind?“ Er hatte sie drei Jahre lang gelehrt und ihnen gesagt, dass er ans Kreuz gehen und wieder auferstehen würde. Und nun laufen sie neben ihm, erkennen ihn nicht und werfen ihm vor, er wisse nicht, was passiert sei.

Wie oft ist das bei uns so? Wenn uns Krankheit, Not oder finanzielle Sorgen erwischen, sehen wir oft nur noch diese Probleme, die uns einnehmen und das Leben schwer machen. Wir vergessen Jesus. Er wandte sich an sie und sagte: „Ihr seid trägen Herzens, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben.“

Dann fing Jesus an, ihnen auf diesem rund eineinhalbstündigen Weg alles noch einmal zu erklären – von Mose an bis zu seiner Auferstehung. Und plötzlich brannte ihr Herz.

Die Augen öffnen sich

Als sie in Emmaus ankamen, tat Jesus so, als ob er weitergehen wolle. Doch sie hatten plötzlich wieder Hoffnung geschöpft und luden ihn ein: „Bleib doch bei uns!“ Sie erkannten ihn immer noch nicht, luden diesen faszinierenden Fremden aber gastfreundlich ein.

Es war Sonntagabend. Sie setzten sich zum Essen. Und da Jesus der Gast war, durfte er der Sitte nach das Brot brechen. Er nahm das Brot und brach es. Ich glaube, jeder Mensch hat eine ganz spezielle Art, Dinge zu tun. Niemand brach das Brot so wie Jesus. Dieses Brotbrechen symbolisierte auch seinen Tod. In dem Moment, als er das Brot brach, wurden ihnen plötzlich die Augen aufgetan. Sie erkannten den Jesus, von dem sie gerade noch dachten, er sei tot.

Ich wünsche jedem Einzelnen von uns, dass wir diesen auferstandenen Jesus in unserem Leben erkennen. Und als sie ihn erkannten und sich freuten, verschwand Jesus plötzlich vor ihren Augen.

Die Rückkehr nach Jerusalem

Sofort nahmen sie die Beine in die Hand und liefen die 6 bis 8 Kilometer schnellstens nach Jerusalem zurück zu Petrus, Johannes und den anderen. Sie klopften an und berichteten: „Jesus ist auferstanden!“ Die anderen wussten es bereits und antworteten: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Und während sie sich von Herzen freuten und feierten, stand Jesus plötzlich wieder mitten unter ihnen und sagte: „Friede sei mit euch.“ Die Hoffnung, die gestorben war, war nun endgültig wieder da.

Fisch und Honig: Ein Symbol der Hoffnung

Was tut Jesus nun, nachdem er von den Toten auferstanden ist und sich alle beruhigt haben? Er isst etwas. Essen macht hungrig. Und was hat er gegessen? Fisch und Honig.

Das scheint auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenzupassen. Aber beides hat eine tiefe symbolische Bedeutung. Der Fisch (Ichthys) ist ein altes Symbol der Christenheit für „Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser“. Und der Honig?

In Sprüche Kapitel 24, Vers 13 und 14 lesen wir: „Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Hals. So lerne die Weisheit für deine Seele! Wenn du sie findest, wird es dir in Zukunft gut gehen, und deine Hoffnung wird nicht vergeblich sein.“

Honig war schon immer ein Symbol für den Segen und die Erfüllung der Zusagen Gottes. Gott will, dass deine Hoffnung nicht zerplatzt wie menschliche Gedanken, sondern dass sie eine lebendige Hoffnung ist, die sich erfüllt. In der Auferstehung Jesu liegt dieses Ja für dich.

Er will dein Gott in deinem Alltag sein, für deine Seele und für deine Erlösung, über den Tod hinaus. Glaube, Liebe und Hoffnung sind das, was unser Leben trägt. Eine Hoffnung, die aus Gott kommt, wird nicht vergehen. Sie wird zu dem werden, wozu der Vater im Himmel sie dir ins Herz gelegt hat.

Fisch und Honig – vielleicht hörst du das heute in diesem Zusammenhang zum ersten Mal. Aber es ist das, was Jesus nach seiner Auferstehung gegessen hat, um zu zeigen: Die Hoffnung ist lebendig. Egal, was in deinem Leben passiert, möge diese Botschaft der Auferstehung Jesu Christi deine Hoffnung festmachen. Wenn du anfängst zu zweifeln: Iss Fisch und Honig. Erinnere dich daran.

Jesus Christus ist wahrhaft auferstanden. Er hat den Tod besiegt. Halleluja. Amen!

(Transkribiert und zusammengefasst von KI)

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