Eintauchen in den Heiligen Geist: Die Taufe, die bleibt
Gottesdienst vom 05.07.2026 | Prediger: Georg Messerschmidt
Ich predige nun schon eine Zeit lang über den Heiligen Geist. Das ist momentan mein großes Thema. Während andere Prediger oft unterschiedliche Schwerpunkte setzen, habe ich mich dazu entschlossen, eine ganze Serie über den Heiligen Geist zu machen.
Könnt ihr euch an Johannes den Täufer erinnern? Nicht der Teufel, nein, der Täufer – und das bedeutet derjenige, der tauft. Bevor Jesus zu ihm kam, sagte er etwas sehr Wichtiges. In Lukas Kapitel 3, Vers 16 können wir das nachlesen. Er sagte: „Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich. Ich bin nicht wert, dass ich die Riemen seiner Sandalen löse. Der wird euch mit dem Heiligen Geist und Feuer taufen.“
Wir sehen hier also eigentlich drei Taufen: Einmal die Wassertaufe, einmal die Taufe im Heiligen Geist und dann noch die dritte Taufe, die mit dem Feuer. Heute befassen wir uns intensiv mit der Taufe im Heiligen Geist. Das Thema Feuer werden wir uns ein anderes Mal ansehen.
Das Eintauchen in den Geist
Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, möchte ich den Gedanken eines wunderbaren Theologen aufgreifen. Er beschreibt die Wassertaufe ihrem Inhalt nach als ein Durchgangsereignis. Also rein in das Wasser und wieder raus. Man macht „Plumps“ ins Wasser und taucht sofort wieder auf.
Das Taufelement bei der Taufe im Heiligen Geist ist aber nicht das Wasser, welches hier eine symbolhafte Bedeutung hat. Hier ist das Eintauchen in den Geist die eigentliche Erfahrung und die Hauptsache. Wer im Geist getauft wird, der bleibt im Geist. Er bleibt eingetaucht. Sein zukünftiges Lebenselement ist der Geist. Also einmal „Plumps“ in den Heiligen Geist, und dann bist du dazu bestimmt, im Heiligen Geist zu bleiben.
Keine Bange, du ertrinkst dabei nicht! Wenn du im Wasser zu lange unter der Oberfläche bleibst, wirst du ertrinken, aber im Geist hat das eine völlig andere Bedeutung. In 1. Korinther 6,19 heißt es, dass du, wenn du dieses Erlebnis hast, ein Tempel des Heiligen Geistes bist. Der Heilige Geist ist um dich und in dir. Du bist vereint und verbunden mit ihm. Wusstest du das schon? Und das andauernd und bleibend! Das bedeutet, dass du vom Heiligen Geist nicht wieder „trocken“ wirst. Du bleibst durchtränkt, und er bleibt in dir. Stell dir das vor wie bei einem Schwamm, der völlig von Wasser durchtränkt ist. Außer man wringt ihn aus, dann ist das Wasser wieder weg. Ähnlich ist es auch beim Heiligen Geist, man kann ihn auch vertreiben, aber das ist ein anderes Thema. Der Normalzustand, wie Gott sich das gedacht hat, ist: in den Heiligen Geist eintauchen, von ihm durchdrungen werden und dort bleiben.
Der Heilige Geist in mir und ich im Heiligen Geist – das ist doch eine fantastische Sache, oder?
Die Voraussetzungen für den Empfang
Der Heilige Geist kommt, aber es ist klar, dass es eine Voraussetzung geben muss. Etwas muss erfüllt sein, damit der Heilige Geist kommt, denn er kommt nicht in jeden. Der Heilige Geist wird nicht automatisch in jeder Person wohnen.
Die grundlegende Voraussetzung ist das Evangelium des Heils, also die frohe Botschaft, die in den Evangelien und in der ganzen Bibel geschrieben steht. Das Wort der Wahrheit muss gehört und angenommen werden. Man muss damit übereinstimmen und Ja dazu sagen. Du musst diese Botschaft der Bibel nicht nur annehmen, du musst sie auch wirklich glauben.
Diese Botschaft enthält drei wichtige Heilstatsachen, die unumgänglich sind:
- Christus Jesus ist am Kreuz gestorben – für mich und für dich.
- Christus wurde begraben. Damals geschah das nicht so, wie wir es heute kennen, mit einem Loch in der Erde. Es war eine aus dem Fels gehauene Höhle. Die Leichname wurden in einbalsamierte Tücher gewickelt, auf eine Steinplatte gelegt und das Grab wurde von außen mit einem großen Stein verschlossen, damit die Totenruhe nicht gestört werden konnte. So wurde auch Jesus begraben.
- Christus ist auferstanden.
Das sind die Heilstatsachen, mit denen wir einverstanden sein müssen. Eine weitere Sache, die dazu gehört, ist die Umkehr. Wenn ich dem allen zustimme, habe ich mich bekehrt. Ich habe mich vom Unglauben zum Glauben bekehrt, weg von allen anderen Überzeugungen hin zu dieser einen.
Im Deutschen gibt es das Wort „Buße“. Das ist manchmal ein problematischer Begriff. Wenn man es direkt aus dem Griechischen und Hebräischen übersetzt, steht da eigentlich „Umkehr“. Es bedeutet schlichtweg: Früher habe ich so gelebt, jetzt lebe ich nach den Werten Gottes. Früher habe ich so gedacht, jetzt denke ich anders. Das ist echte Buße, das ist Umkehr.
Durch die Annahme der Vergebung als Gnade folgt ein Ereignis, das wir Wiedergeburt nennen. Mein Geist, der seit Adam für Gott tot war, ist nun lebendig und mit Gott verbunden. Gott muss nicht mehr in den Garten Eden gehen und rufen: „Adam, wo bist du?“, während der Mensch sich versteckt. Nein, jetzt bist du da, du bist präsent vor Gott, weil dein Geist lebendig ist.
Für manche mag sich das kompliziert anhören. Deshalb habe ich mir einen ganz einfachen Satz aufgeschrieben: Du wirst vielleicht nicht gleich alles verstehen, wovon hier die Rede ist, aber du darfst glaubend vertrauen, was Gott durch das Evangelium zu dir sagt. Du musst nicht sofort alles begreifen. Vertraue den Aussagen der Bibel, und der Herr wird dir diese Dinge nach und nach erklären. Du wirst vom Heiligen Geist und durch das Wort gelehrt werden, und eines Tages wirst du sagen: „Jawohl, ganz genau so ist es.“
Passiert das automatisch bei der Bekehrung?
Eine Frage, die in der Christenheit sehr oft bewegt wird, ist: Empfängt man den Heiligen Geist nicht automatisch bei der Bekehrung? Es gibt Lehren, die das behaupten. Lass uns dazu mal zwei Bibelstellen aufschlagen.
In Apostelgeschichte 8, Verse 14 bis 17 lesen wir:
„Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen, die, als sie hinkamen, für sie beteten, damit sie den Heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein auf den Namen des Herrn Jesus getauft. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.“
Das heißt, diese Menschen waren bereits gläubig. Sie hatten dem Wort Gottes zugestimmt, Umkehr erlebt, die Wassertaufe empfangen und die Wiedergeburt erfahren. Und dennoch fehlte noch das Empfangen des Heiligen Geistes, um ein Tempel Gottes zu werden.
Eine weitere Stelle finden wir in Apostelgeschichte 19, Verse 2 bis 6. Dort ist Paulus in Ephesus unterwegs und trifft auf gläubige Menschen. Er fragt sie, worauf sie getauft seien. Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus erklärte ihnen, dass Johannes zur Buße taufte und das Volk auf den hinwies, der nach ihm kommen sollte – Christus Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.
Aus diesen und vielen anderen Bibelstellen können wir ableiten: Nein, der Heilige Geist manifestiert sich in dieser Form nicht immer automatisch. Es gibt zwar Fälle, in denen alles quasi in einem Zug bei der Bekehrung passiert, aber grundsätzlich ist es nicht einfach ein Automatismus. Es ist eine bewusste Entscheidung, den Heiligen Geist zu empfangen.
Wie empfange ich den Heiligen Geist?
Wir wissen nun um die Voraussetzungen wie Glaube und Wiedergeburt. Aber wie genau empfange ich den Heiligen Geist? Hier sind einige wichtige Punkte:
1. Aktives, bewusstes Warten
In Apostelgeschichte 1,4 heißt es: „Und als er mit ihnen versammelt war, befahl er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten, die ihr von mir gehört habt.“ Es braucht eine Zeit des aktiven Wartens. Das kann eine Minute sein oder auch länger. Am Anfang, nach Jesu Himmelfahrt, haben die Jünger bis Pfingsten gewartet – also bis zum 50. Tag.
2. Einmütiges Warten
In Apostelgeschichte 2,1-4 sehen wir, dass es ein einmütiges Warten ist. Menschen kommen zusammen, entschließen sich gemeinsam zu warten, in einer zielgerichteten Haltung im Herzen. Ich muss wissen und erwarten: Der Heilige Geist wird kommen, er entscheidet den genauen Moment.
3. Aktiver Glaube
Galater 3,14 spricht davon, den Heiligen Geist durch den Glauben zu empfangen. Es ist ein aktiver Glaube. Ich muss wissen, dass er kommt. Es ist nicht nur ein vages Hoffen oder ein „Vielleicht irgendwann“. Nein, wenn ich glaube und die Voraussetzungen erfüllt sind, dann taucht Jesus mich in den Heiligen Geist ein. Jesus sagte selbst: „Es ist gut, dass ich weggehe, denn dann werde ich euch den Tröster, den Heiligen Geist, senden.“
4. Den Heiligen Geist kennen
Johannes 14,17 spricht davon, den Geist der Wahrheit zu kennen. Man muss vorher wissen, mit wem man sich einlässt. Du gehst ja auch keine Beziehung am Telefon ein mit jemandem, den du nie gesehen, nie getroffen hast und über den du gar nichts weißt. Du willst wissen, mit wem du eine Verbindung eingehst. Deshalb ist es so wichtig, die Bibel zu lesen und zu verstehen, wer der Heilige Geist ist.
5. Gott um den Heiligen Geist bitten
In Lukas 11,13 steht geschrieben, dass Gott denen den Heiligen Geist gibt, die ihn darum bitten. Es ist deine freiwillige, persönliche Entscheidung. Der Heilige Geist ist ein Gentleman. Er drängt sich niemandem auf, der ihn nicht will. Es ist ein Verlangen gefragt – dein Bitten ist hier wichtig.
6. Durch das Gebet anderer und Handauflegung
Wie wir in Apostelgeschichte 8 bereits gesehen haben, halfen die Apostel durch ihr Gebet und die Handauflegung. Man kann den Heiligen Geist auch völlig alleine empfangen – Menschen haben das schon ganz allein in Gefängniszellen erlebt. Aber die Gemeinschaft ist eine große Hilfestellung. Wenn man einmütig zusammen ist und füreinander betet, ist das ein wunderbarer Weg.
Die sichtbaren und hörbaren Zeichen
Wenn nun jemand den Heiligen Geist empfängt, wie äußert sich das? Woran erkennst du, dass du in den Heiligen Geist eingetaucht bist? Wie kann man das prüfen?
Wir schauen wieder auf das Pfingsterlebnis in Apostelgeschichte 2. Dort erschienen Zungen wie von Feuer. Das hatte eine tiefe Bedeutung und drückte Gottes Präsenz aus – ähnlich wie schon damals bei Mose auf dem Berg.
Zudem sehen wir ein extatisches Phänomen. Im Alten Testament gibt es das hebräische Wort Hitnabe. Frei ins Deutsche (oder sogar Schwäbische) übersetzt bedeutet das: „Völlig aus dem Häuschen sein.“ Wer war schon einmal völlig aus dem Häuschen, hat gejubelt, getanzt oder lag überwältigt auf dem Boden? In der Theologie nennt man das oft ein extatisches Phänomen. Es geschieht etwas, das den Menschen zutiefst ergreift.
In Apostelgeschichte 8, Verse 18 bis 20 lesen wir, dass Simon, als er die Jünger beobachtete, etwas sah. Nun, der Heilige Geist ist Geist. Man sieht ihn nicht. Du kannst eine Infrarotbrille, ein Nachtsichtgerät oder ein Röntgengerät einschalten – du wirst den Heiligen Geist physisch nicht sehen. Aber hier wird vom Sehen gesprochen. Was hat er gesehen?
Er sah die Auswirkungen! Wenn jemand in neuen Sprachen betet, prophetisch redet oder dieses Hitnabe erlebt – völlig aus dem Häuschen ist –, dann ist das etwas, das man hören und sehen kann. Für die Jünger damals war das ein konkretes Merkmal. Daran erkannten sie, dass gläubig gewordene Menschen den Heiligen Geist wirklich empfangen hatten. Wenn jemand nach dem Erlebnis exakt genauso war wie davor und sich nichts verändert hätte, gäbe es ja keinen wahrnehmbaren Unterschied.
Dieses Sprachengebet und das prophetische Reden sind starke Zeichen. Menschen, die nie Propheten waren oder vielleicht kaum die Bibel kannten, fingen an, prophetische Worte zu sprechen, als der Heilige Geist auf sie kam. Paulus schreibt im Korintherbrief sogar, dass er wünscht, dass alle in Zungen reden. Wenn diese Sprachen ausgelegt werden oder prophetisch gebetet wird, können die anwesenden Menschen in ihren Herzen überführt werden, weil der Heilige Geist direkt zu ihnen spricht.
Zu Pfingsten waren die ersten Gläubigen alle jüdischer Herkunft. Doch dann wurde der Heilige Geist auch auf andere Nationen ausgegossen (Apostelgeschichte 10). Das war das große Zeichen: Der Geist ist für alle da. Und das gilt bis heute, bis Jesus wiederkommt. Egal aus welcher Nation du stammst, Gott möchte sich dir mitteilen und der Heilige Geist möchte in dir wohnen.
Eine Einladung zur tiefen Gemeinschaft
Ich möchte wirklich jeden Einzelnen bitten, ja fast schon anflehen: Vereine dich mit dem Heiligen Geist! Lass dich von Jesus mit dem Heiligen Geist taufen. Egal, wie genau diese Phänomene bei dir aussehen werden – Gott ist Geist, und durch den Heiligen Geist will Gott in dir wohnhaft sein.
Du musst nicht mehr nach Jerusalem pilgern oder an einen anderen Wallfahrtsort reisen, wo Gott angeblich wohnt. Du musst nicht ewig Geld sparen, um eine Weltreise zu machen, um Gott zu finden. Der Herr will sich dir direkt offenbaren. Er will in dein Herz hineinkommen und sich dort wohlfühlen.
Der Heilige Geist will dir alle Wahrheiten Gottes offenbaren. Wenn ich manchmal an meinem Schreibtisch sitze und in der Bibel lese, denke ich oft: Eigentlich bin ich doch dumm wie eine Streichholzschachtel. Aber dann bete ich: „Herr, wenn ich deine Bibel lese, zeige und erkläre du mir alles so, dass ich es verstehe.“ Und dann habe ich wunderbare Zeiten mit dem Herrn, bekomme Offenbarungen und verstehe sein Wort. Das ist das Wirken des Heiligen Geistes in uns!
Dann habe ich tiefe Gemeinschaft mit ihm, bete in anderen Sprachen, verstehe vielleicht selbst kein Wort davon, aber es ist das Wirken des Geistes. Die Bibel sagt, der Heilige Geist vertritt uns vor dem Vater, weil wir oft gar nicht wissen, wie wir richtig beten sollen. Gott ist die absolute Majestät. Durch Jesus Christus und den Heiligen Geist werden unsere Gebete wie durch eine göttliche Intelligenz geformt, übersetzt und so vor Gott gebracht, wie es dem allerheiligsten Vater entspricht. Er sieht und hört dich.
Dazu möchte ich dich einladen. Wenn du sagst, du möchtest das erleben, du möchtest den Heiligen Geist empfangen, dann bleibe im Gebet. Hab keine Angst davor, „aus dem Häuschen“ zu sein. Es ist das Wirken des Heiligen Geistes, und der Herr liebt es.
Vater im Himmel, ich danke dir für deine Gnade. Ich danke dir, Heiliger Geist, dass du dich für uns verwendest. Dass du unsere Gebete formst, zusammenfasst und wie eine himmlische Übersetzung so vor den Vater bringst, dass er sie hört. Danke, Heiliger Geist, dass du auf das Geheiß Jesu Christi gekommen bist und heute da bist – in uns und in allen Menschen, die ein Ja zu dir sagen. Danke, dass du nicht nur ein Partner für einen Gottesdienst sein willst, sondern tatsächlich in uns wohnen möchtest für jede Sekunde unseres Lebens. Ob im Alltag, bei der Arbeit, zu Hause oder im Schlaf. Du bist für uns da. Im Namen Jesu. Amen.
Ich wünsche euch allen, dass ihr dieses Eingreifen, dieses Erfülltsein, dieses wunderbare „Hitnabe“ selbst erlebt und eine tief gesegnete Zeit habt.
(Transkribiert und zusammengefasst von KI)
