„Ich bin, der ich bin“ – Die unendliche Vielfalt Jesu entdecken
Gottesdienst vom 15.03.2026 | Prediger: Georg Messerschmidt
Ich freue mich, dass ihr euch auf den Weg gemacht habt und hierher gekommen seid. Dass euch nichts aufgehalten hat – keine Krankheit, keine Erkältung, keine privaten Anliegen oder Probleme, die einem sagen: „Hey, bleib doch mal heute zu Hause und genieße die Probleme zu Hause.“ Du hast gesagt: „Nein, ich mache mich auf, ich gehe heute dahin, wo das Wort Gottes verkündet wird, wo gepredigt wird, wo gesungen wird, wo Gemeinschaft gesucht und gepflegt wird.“
Wenn ich zu Hause bleibe, dann habe ich Gemeinschaft mit meinen Gedanken, mit meinen Empfindungen, mit meinen Verletzungen und vielleicht mit Dingen wie Hass oder Ablehnung. Dann gibt es noch den Fernseher oder sonst etwas, und all diese Sachen bestätigen eigentlich immer nur die Dinge, die man ohnehin schon empfindet. Deshalb ist es gut, dass du dich auf den Weg gemacht hast und hierher gekommen bist. Nicht zu jemandem, der Georg heißt, sondern zu jemandem, den du hier treffen möchtest: Jesus, der Christus.
Ich weiß, alle, die da seid, ihr habt Jesus schon kennengelernt. Ihr habt euch zu Jesus bekehrt und euer Vertrauen auf ihn gesetzt. Aber manchmal verlieren wir den Blick und denken: „Ja, Jesus ist Gott, und im Moment sitzt er weit weg in einer anderen Sphäre.“ Er ist im Himmel. Er ist so weit weg, und trotzdem wissen wir, dass der Himmel so nah ist.
Das Geheimnis seiner Gegenwart
Er sitzt zur Rechten des Vaters. Zugleich hat er versichert, als er vor 2000 Jahren in den Himmel aufgefahren ist, nachdem er seinen Jüngern gesagt hatte: „Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ Obwohl er nicht mehr leiblich hier ist, wissen wir, dass Jesus da ist. Sein Wort ist da. Sein Wort repräsentiert ihn in Form der Bibel, in Form des Logos. Wir können ihn vielleicht nicht anfassen, aber wir wissen, dass er da ist.
Er ist nicht da, und doch ist er da. Was ist das für ein Geheimnis! Bevor er ging, sagte er: „Ich lasse euch nicht allein. Wenn ich im Himmel bin, werde ich euch den Heiligen Geist senden.“ Dass er bei euch ist – nicht nur im Gottesdienst. Der Heilige Geist ist bei jedem Einzelnen, jede Sekunde deines Lebens. Ob du zu Hause im Bett bist, auf der Arbeit, beim Arzt oder wo auch immer: Der Heilige Geist ist bei dir, weil dein Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist.
Deshalb möchte ich heute über Jesus sprechen. Wer ist Jesus? Ja, er ist Gott, er gehört zur Dreieinigkeit. Aber Jesus ist noch viel mehr.
Ich bin das Brot des Lebens
In Johannes 6,35 sagt er: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Nun, wenn ich mir ein Brot vorstelle, gibt es die verschiedensten Formen: Roggenbrötchen, Weißbrötchen, Kaiserbrötchen. In Asien, im Irak oder Iran sehen die Brote eher wie Fladenbrote aus. In Afrika gibt es wieder andere Brote, sogar Bananenbrot. Welches Brot meint Jesus also? Meint er das deutsche Roggenbrötchen von der Bäckerei nebenan?
Einmal war er mit den Jüngern und vielen anderen zusammen und sagte: „Esst von mir, von meinem Brot.“ Viele haben das völlig falsch verstanden und an physisches Brot gedacht. Aber Jesus sprach in einer Metapher, er sprach von geistlichen Dingen. Das Brot ist ein Symbol für das Wort Gottes. Jesus ist das Logos, das Wort.
Unser Leib braucht etwas zum Überleben. Wenn wir nichts essen, verhungern wir. Und Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wenn du von mir isst, wirst du leben.“ Da Jesus das Wort ist, bedeutet „essen“ in diesem Fall: Ich lese es, und Lesen ist für mich wie Essen. Ich höre das Wort Gottes. Wenn ich dieses geistliche Brot nicht in mich aufnehme, dann habe ich einen Mangel, und irgendwann laufe ich Gefahr, geistlich zu verhungern. Deshalb sagt Jesus: Ich bin das Brot des Lebens.
Ich bin, der ich bin
Ich erinnere mich daran, als Mose Gott begegnete. Er kannte Gott vorher vielleicht nur vom Hörensagen über seinen Großvater Jakob. Mose begegnete ihm an einem Berg, der Berg zitterte und rauchte, und er fragte: „Wer bist du?“
Was sollte Gott antworten? Götter kannte man in Ägypten genug – Sonnen- und Wassergötter, Pharaonen, die sich als Götter verehren ließen. Mose wusste, hier ist kein gewöhnlicher, erfundener Gott. Die würdige Antwort des wahren Gottes lautete: „Ich bin, der ich bin.“ Außer ihm gibt es keinen anderen Gott, alles andere sind nur Erfindungen und Fantasiegebilde von Menschen, goldene Kälber und Statuen. Gott kann sich mit niemandem vergleichen, denn er ist der Einzige.
Ich bin das Licht der Welt
In Johannes 8,12 (und 9,5) sagt Jesus: „Ich bin das Licht der Welt.“ Damit meint er nicht unseren irdischen Sonnenschein oder den Mondschein in der Nacht. Er meint nicht das physikalische Licht. Er meint das geistige Licht.
Manchmal leben wir in einer Welt, in der die Sonne scheint, es taghell ist, aber innerlich umfängt uns eine völlige Dunkelheit. Wir tasten nach einem Ausweg und finden keinen. Wer kennt solche Tage? Ich glaube, fast jeder würde hier beide Hände hochheben. In genau diesen Momenten sagt Jesus: „Ich bin dein Licht.“
Es reicht nicht, nur einmal in der Woche in den Gottesdienst zu gehen. Ich empfehle jedem Einzelnen: Lies die Bibel, hör dir Predigten an, höre Lobpreis. Wenn das Wort Gottes in dir Platz nimmt, verdrängt es alle dunklen Gedanken, den Zorn und die Enttäuschungen, die dich im Griff haben. Aus der Dunkelheit wird Licht.
Ich bin der gute Hirte
In Johannes 10,11-14 sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte.“ Wir haben auf unserem Lebensweg viele Pfade zu beschreiten, die nicht einfach sind. Wir brauchen eine Art geistliche Landkarte. Früher hat man echte Landkarten aufgefaltet, heute haben wir das Navi.
Aber bei Jesus brauchen wir keine Landkarte. Er ist der gute Hirte, er ist immer bei dir. Als ich vor vielen Jahren die Diagnose Krebs bekam, fühlte ich mich total verloren. Man sieht keinen Ausweg. Aber genau in solchen Situationen spricht Jesus in dein Leben hinein: „Hey, ich bin dein Hirte. Ich leite dich.“ Auch wenn plötzlich das Geld alle ist, das Auto kaputtgeht oder jemand im Gefängnis landet. Wenn du Jesus nicht vergisst und sein Wort in dir ist, dann leuchtet er selbst im Gefängnis und führt dich auf deinem Weg.
Ein Wolf kommt in die Herde und reißt so viele Schafe, wie er kann, einfach aus Zerstörungswut. Aber Jesus lässt dich nicht allein. Er weicht nicht von deiner Seite, und kein Wolf kann dich zerreißen.
Kinder des himmlischen Königs
Jesus wurde verachtet, weil er sich den Sohn Gottes nannte. Aber er sagte auch: „Wer ist mein Bruder, wer ist meine Schwester? Ihr seid es, die den Willen Gottes tun.“
Gott macht sich eins mit dir. Du bist nicht einfach Person X von 8 Milliarden Menschen. Du bist keine Wegwerfperson, du bist etwas Bedeutendes. Gott ist der König aller Könige. Wenn du in seine Familie aufgenommen bist, bist du ein Prinz oder eine Prinzessin. Du hast Vorrechte!
Ich bin die Auferstehung und das Leben
In Johannes 11,25 sagt er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Wir alle werden eines Tages sterben. Aber wir werden nicht des Todes sterben – nicht einfach „Asche zu Asche, Staub zu Staub“, wie es oft in Grabreden heißt. Unser Sterben ist ein Ablegen des Irdischen und ein Hinübertreten in das Ewige, Vollkommene.
Meister und Herr
In Johannes 13,13 nennt sich Jesus „Meister und Herr“. Das meint keinen Handwerksmeister, sondern einen geistigen Meister, einen Rabbi, der das Volk lehrt. Jesus ist unser Meister. Wenn du Erkenntnis und Weisheit brauchst, um Dinge zu verstehen, dann frag den Meister! Bitte den Heiligen Geist, dir die Befähigung zu geben, sein Wort zu verstehen.
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben
In Johannes 14,6 sagt Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ In unserer heutigen Welt, gerade in politischen Umwälzungen, fragen wir uns oft: Welchem Politiker kann man trauen? Gefühlt lügen doch alle, besonders in Kriegszeiten, wo man jede Information hinterfragen muss.
Und hier kommt Jesus und sagt: „Ich bin die Wahrheit.“ Er ist der Weg. Wenn du mit ihm gehst, verirrst du dich nicht. Um irdische Ziele zu finden, brauchst du vielleicht ein Navi. Aber unser eigentliches Ziel sind die himmlischen Dinge: Der Weg zum Thron des Vaters. Und dafür gibt es nur einen Weg und eine einzige Wahrheit – Jesus Christus.
Menschen werden dich belügen, ob aus Unwissenheit oder aus Absicht. Aber Jesus ist die Wahrheit.
Das Alpha und das Omega
In Offenbarung 1,8 heißt es: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“ Er war von Anfang an da, er kommt wieder und ihm ist alles untergeordnet.
Mein lieber Zuhörer, das ist Jesus – und noch viel mehr. Halte dich an ihn. Möge deine größte Sehnsucht ihm gelten. Wir brauchen zwar Seelsorger und Therapeuten, aber in allererster Linie brauchst du Jesus. Wir vergessen ihn oft so schnell oder denken, er ist irgendwo weit weg.
Möge Jesus in deinem Leben größer werden. Möge dein erster Schrei bei Problemen nicht der nach menschlicher Hilfe sein, sondern nach der Leitung des guten Hirten. Wenn du Albträume hast – so mache ich es in meinen Träumen –, rufe den Namen des Herrn Jesus Christus an! Selbst dort, in der unsichtbaren Welt, will er dein Herr sein.
Ein Gebet zum Abschluss
Nimm das heute mit: Er ist der Sohn Gottes, das Leben, die Auferstehung, die Wahrheit, der Weg und der gute Hirte. Er ist das Licht, wenn es dunkel wird.
Danke, Vater im Himmel, für deine Gnade. Danke für deine große Liebe. Danke, Jesus, dass du das für uns bist und sein willst. Amen.
(Transkribiert und zusammengefasst von KI)
