Jesus – Der Löwe und das Lamm
Gottesdienst vom 22.03.2026 | Prediger: Roland Klement
Wir hatten eine gute Lobpreiszeit und ich freue mich, dass ich das Wort an euch weitergeben darf. Letzten Sonntag hat uns Georg in die verschiedenen Aspekte hineingenommen: Wer ist Jesus eigentlich? Wie stellt er sich selber vor? Wie hat er sich bezeichnet? Wir haben davon gehört, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Wir haben gehört, dass Jesus das lebendige Brot ist, das Licht der Welt und die Auferstehung und das Leben. Jesus ist Lehrer und Herr, und er sagt auch selbst: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“
Ich habe es auf dem Herzen gehabt zu fragen: Was ist Jesus noch? Dazu möchte ich euch heute in zwei Bilder mit hineinnehmen, durch die Jesus charakterisiert wird. Jesus ist der Löwe und das Lamm. Ich erkläre euch nach und nach, wie das zusammenhängt, wo diese Bilder herkommen und was sie bedeuten.
Der brüllende Löwe
Wenn der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht davor fürchten? Ein Löwe kann bis zu 114 Dezibel laut brüllen, was man kilometerweit hören kann. Warum brüllt der Löwe? Er brüllt, um sein Revier zu markieren, um Eindringlinge abzuwehren und abzuschrecken, und um den Zusammenhalt des Rudels zu stärken.
Wenn der Löwe kommt, dann verbreitet seine Gegenwart Autorität. Der Löwe symbolisiert das Regieren, den Sieg und insbesondere den Sieg über das Böse schlechthin. Das Böse ist in der Welt – das ist eine Realität, die nicht zu verleugnen ist. Es motiviert Menschen, andere zu unterdrücken, Gewalt auszuüben und ihnen die Freiheit zu nehmen. Aber Gott möchte immer und überall den Sieg über das Böse. Und so tritt er auf wie ein Löwe. Es heißt, Gott der Herr brüllt aus Zion, um sein Volk zu befreien.
Doch auch Satan täuscht das vor. In 1. Petrus 5,8-9 gibt es eine Warnung: „Seid nüchtern und wacht, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ Petrus mahnt: Widersteht ihm, seid fest im Glauben. Der Satan betrügt uns, klagt an, verbreitet Lügen und Täuschung. Er kleidet sich wie ein Löwe und brüllt, er erscheint manchmal sogar wie ein Engel des Lichts. Er will uns von unserer Bestimmung und vom Ruf Gottes abbringen. Er will uns vom geistlichen Wachstum abhalten und unsere geistliche Macht begrenzen und zerstören.
Epheser 6,12 gibt uns den Hinweis, was wir tun können: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels.“ Unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.
Aber ich habe eine gute Nachricht: Satan ist ein besiegter Feind!
Die Verheißung des Sieges
In 1. Mose 3,14-15 spricht Gott zur Schlange, einem weiteren Bild für den Satan: „Weil du dies getan hast, sollst du verflucht sein… Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.“ Einer der Nachkommen Evas wird den Satan überwinden. Jesu Füße wurden am Kreuz durchbohrt – er wurde in die Ferse gestochen. Aber Jesus wird diesen Schlangenbiss vernichten und dem Satan den Kopf zermalmen.
Woher kommt das Bild vom Löwen aus Juda, der überwunden hat? Das kommt aus 1. Mose 49,9-10. Dort spricht Jakob den Segen über seinen Sohn Juda aus: „Juda ist ein junger Löwe… Er lagert sich wie ein Löwe und wie eine Löwin. Wer wird ihn aufreizen? Das Zepter von Juda wird nicht weichen… bis dass der Schilo kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker.“ Das ist eine messianische Verheißung. Der Messias, Jesus Christus, kommt aus der Wurzel Davids, aus dem Stamm Juda. Er ist ein König, der seine Feinde besiegen wird.
Das Lamm, das geschlachtet wurde
In Offenbarung 5 nimmt uns Johannes in ein endzeitliches Bild hinein. Er schaut in den Thronsaal Gottes und sieht in der rechten Hand Gottes eine Schriftrolle mit sieben Siegeln. Ein starker Engel fragt: „Wer ist würdig, das Buch zu öffnen?“ Und niemand wurde für würdig befunden. Johannes weinte sehr. Doch dann spricht einer der Ältesten: „Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen.“
Doch als Johannes hinschaut, sieht er plötzlich ein anderes Tier: „Es stand ein Lamm wie geschlachtet… und es kam und nahm das Buch.“ Johannes sieht den Löwen und das Lamm in einer Person. Der Löwe hat überwunden, weil das Lamm sich selbst geopfert hat. Das Lamm wurde als Opfer geschlachtet und hat mit seinem Blut Menschen aus allen Völkern erkauft.
Dies erinnert uns an Jesaja 53: „Er hat unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen… Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt… Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.“ Jesaja spricht hier vom Messias, von Jesus. Nur Jesus hat das für die Menschheit getan.
Was bedeutet das für uns?
In Kolosser 1 und 2 lesen wir, dass Jesus durch sein Blut am Kreuz Frieden geschaffen hat. Wir waren tot aufgrund unserer Verfehlungen, wir konnten die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllen. Da war ein Schuldschein gegen uns ausgestellt. Aber Jesus hat diesen Schuldschein ans Kreuz genagelt und für immer beseitigt. Die gottfeindlichen Mächte hat er entwaffnet und einen triumphalen Sieg über sie errungen.
Jesus ist sowohl der starke Löwe aus dem Stamm Juda als auch das schwache, hilflose Lamm, das geschlachtet wurde. Der Löwe brüllt und überwindet die Gegner; das Lamm verstummt, trägt die Sünde der Welt und bringt uns Vergebung, Shalom und Erlösung.
Das Passahfest und das vollkommene Opfer
Das Bild des Lammes führt uns auch zum Passahfest. Im 2. Mose 12 lesen wir vom Auszug Israels aus Ägypten. Das Volk war in der Sklaverei des Pharaos, der ein Bild für den Satan und die Unterdrückung ist. Ägypten steht für das alte Leben unter der Herrschaft der Sünde.
Gott befahl den Israeliten, ein makelloses Lamm zu schlachten und dessen Blut an die Türpfosten zu streichen. Wenn der Todesengel durch Ägypten ging, um das Strafgericht zu vollziehen, ging er an den Häusern vorüber, die das Blutzeichen trugen. „Passah“ bedeutet, dass das Gericht vorübergeht.
Dieses Passahlamm ist ein vollkommenes Bild für Jesus. Als Johannes der Täufer Jesus sah, rief er: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ (Johannes 1,29). Dem Passahlamm durften keine Knochen gebrochen werden – genau wie Jesus am Kreuz keine Knochen gebrochen wurden. Israel wurde durch das Blut des Lammes gerettet, und genauso ist jeder Mensch verloren, der das Blut Jesu nicht für sich als Rettung in Anspruch nimmt.
Gehörst du dazu?
In Offenbarung 5 singt ein himmlischer Chor aus Tausenden und Abertausenden von Engeln: „Würdig ist das geopferte Lamm, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Ruhm und Preis!“
Der Preis für deine Erlösung ist das kostbare Blut Jesu. Gehörst du zu denen, die durch das Blut Jesu erlöst wurden? Der Löwe und das Lamm warten auf dich. Jesus hat gesiegt und alles überwunden. Die Strafe lag auf ihm, damit du und ich Frieden hätten. Schau ans Kreuz – dort starb der Löwe und das Lamm.
Gebet
Danke Jesus, du starker Löwe. Du brüllender Löwe, der sich vor uns stellt und uns verteidigt, sodass uns der Böse nichts anhaben kann. Danke, dass du gleichzeitig das geopferte Lamm bist, das sich für uns hingegeben hat und durch sein Blut unsere Erlösung erworben hat.
Wir bitten dich, dass das Böse in dieser Welt offenbart und besiegt wird, damit Völker frei werden. Wir bitten um deinen Segen und deinen Frieden für jeden Einzelnen. Lass uns erkennen, dass du allein würdig bist, Preis, Lob, Ehre und Dank zu empfangen. Wir wollen unsere Stimme erheben, damit Menschen die rettende Botschaft Jesu erkennen, frei werden und zu Nachfolgern werden.
Ich bitte für jeden, der spürt: „Ich brauche Jesus.“ Dass er heute einen Neuanfang macht. Das Lamm spricht dir seinen Frieden zu, und der Löwe hat für dich alles getan. Danke Jesus. Amen.
(Transkribiert und zusammengefasst von KI)
