Predigt am dritten Advent (Gaudete)

Gottesdienst vom 14.12.2025 | Prediger: Georg Messerschmidt

Liebe Gemeinde, schön, dass ihr alle da seid. Ich möchte zuallererst auch unsere Gäste begrüßen, die heute zum allerersten Mal da sind – auch zu meiner Linken die zwei Frauen und vorne rechts Musa und Amit. Eure Namen kenne ich jetzt noch nicht alle genau. Astrid Böcher, ja? Herzlich willkommen. Fühlt euch wohl. Schön, danke schön. Und Kerstin – toll.

Wir haben heute den dritten Advent. Traditionell bin ich eigentlich nicht so unterwegs, aber Weihnachten hat ja kirchliche Wurzeln. Der Adventskranz kommt tatsächlich aus der evangelischen Kirche. Das wusste ich selbst nicht immer, habe es aber noch einmal recherchiert. Auch die Kerzen haben eine Bedeutung: Heute brennen drei Kerzen, eine für jeden Adventssonntag.

Ursprünglich gab es sogar für jeden Tag eine Kerze, habe ich gelesen. Später wurde eingeführt, dass die Kerzen unterschiedliche Farben haben. Die ersten zwei waren violett und standen für Buße. Die heutige Farbe ist rosa – und rosa steht für Freude. Wir sind in der Mitte der Adventszeit angekommen, der Zeit der Erwartung und der Freude auf den Herrn, der kommen soll.

Ich freue mich, dass ihr da seid. Und wir machen es jetzt mal ein bisschen anders: Begrüßt doch euren Nachbarn – den hinter euch, vor euch oder neben euch – und sagt ihm ganz liebe Grüße: „Ich freue mich, dass du da bist.“

Freundlichkeit ist wichtig. Die Bibel fordert uns auf, Freundlichkeit zu einem Teil unseres Charakters zu machen. Und das ist etwas Schönes, oder?


Der dritte Advent – Gaudete

Dieser dritte Advent hat sogar einen besonderen Namen: Gaudete. Was das bedeutet, erkläre ich später in der Predigt. Ihr müsst also noch nicht zum Handy greifen.

Zuallererst möchte ich aus Jakobus 5, Vers 8 lesen (Schlachter-Übersetzung):

„Geduldet euch, geduldet auch ihr euch, stärket eure Herzen; denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe.“

Wer sagt Amen? Amen.

Amen ist nicht nur Zustimmung, sondern ein Glaubensausdruck: „Ich glaube das. Ich bin überzeugt davon.“


Johannes der Täufer bereitet den Weg

Ich lese aus Matthäus Kapitel 3, Vers 1 sowie Vers 5 und 6:

„In jenen Tagen kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa.
Da kamen die Menschen aus Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Gegend am Jordan zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten ihre Sünden.“

Johannes bereitete den Weg des Herrn. Er predigte, und die Menschen kamen. Sie hörten zu, es ging ihnen ins Herz, und sie ließen sich taufen. Sie bekannten ihre Sünden und taten Buße. Es war keine Verdammnis – kein „Gott wird dich strafen“ –, sondern ein Angebot: Der Herr kommt.

So ist es auch heute. Wenn wir in den Gottesdienst kommen, ist keine Verdammnis für uns vorgesehen, sondern die Gnade Jesu Christi. Wenn Jesus kommt, kommt er mit Gnade in seinen Händen.

Wo Jesus verkündigt wird – in welcher Gemeinde auch immer –, dort bist du richtig. Und ich freue mich, dass ihr euch heute aufgemacht habt, gerade in dieser Adventszeit, in dieser Zeit der Erwartung.

Interessanterweise war Jesus zur Zeit von Johannes bereits da, aber sein öffentlicher Dienst hatte noch nicht begonnen. Johannes bereitete den Weg. Auch wir kommen im Gottesdienst zusammen, um uns innerlich vorzubereiten, um alles abzulegen, was die Woche gebracht hat.

Wenn ich heute fragen würde, wer diese Woche Schwierigkeiten, Probleme oder Verfehlungen hatte – ich glaube, jeder würde die Hand heben. Und doch dürfen wir kommen, weil der Herr gegenwärtig ist.


Der richtige Ort ist bei Jesus

Leider habe ich oft erlebt, dass Menschen sagen: „Ich gehe erst einmal nicht mehr in den Gottesdienst. Ich muss das mit mir selbst klären.“ Oder: „Ich bin verletzt, enttäuscht, krank.“

Aber Jesus ist zu den Kranken gegangen. Er hat sich gefreut, wenn man sie zu ihm gebracht hat. In der Bibel lesen wir, dass er alle heilte, die zu ihm kamen. Der richtige Ort ist da, wo Jesus ist.


Die Verheißung aus Jesaja

Jesaja Kapitel 40, Vers 3:

„Eine Stimme ruft: In der Wüste bereitet den Weg des Herrn, macht in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott.“

Und weiter in Vers 10:

„Siehe, der Herr kommt gewaltig.“

Gott spricht hier jeden persönlich an. Nicht „seht“, sondern „sieh“. Sieh, Georg. Sieh, du. Der Herr kommt gewaltig.

Wir denken manchmal: „Es ist doch nur ein Gottesdienst.“ Aber Gott sagt: Ich komme gewaltig. Er will in dein Leben eingreifen – unabhängig von politischen Krisen, Kriegen oder persönlichen Umständen.

Der Lohn, den er mitbringt, ist er selbst: die Beziehung, die Gnade, die Heilsgewissheit. Das ist der größte Lohn, den es gibt.


Gaudete – Freut euch!

Der Name Gaudete kommt aus dem Lateinischen, aus dem Philipperbrief:
„Gaudete in Domino semper“ – Freut euch im Herrn allezeit.

Es ist eine Aufforderung zur Freude, weil der Herr nahe ist.

Diese Begegnung mit Jesus – ob laut oder leise – ist gewaltig. Sie hat mein Leben verändert und das Leben von Millionen von Menschen. Menschen in Afrika, in China, in islamischen Ländern – sie haben gehört, dass Jesus kommt, und ihr Leben wurde neu ausgerichtet.

Ich erinnere mich an Berichte aus Afrika: Menschen, die in großer Armut leben, aber im Lobpreis tanzen und sich freuen – trotz Verfolgung und Leid. Oder an einen alten Missionar, der von Christen in China erzählte, die sagten: „Betet nicht, dass es leichter wird, sondern dass wir aushalten.“


Eine persönliche Einladung

Johannes war ein Bote. Die Menschen kamen nicht wegen ihm, sondern wegen dessen, der kommen sollte. Und dieser Jesus ist gekommen – und er ist heute noch da.

Ich möchte euch jetzt bitten, einen Moment die Augen zu schließen. Jeder für sich.

Jesus spricht zu dir. Er will gewaltig in dir sein. Er will deine Stärke sein. Wer möchte heute Ja zu Jesus sagen?


Gebet

Vater im Himmel, danke, dass du Gott der Herr bist, der mächtige Schöpfer. Danke, dass wir diesen Gaudete-Sonntag feiern dürfen. Wir wollen uns freuen, denn du bist nahe.

Danke, dass du Lohn mitbringst – die Beziehung, die Gnade und die Liebe. Wir geben dir unser Leben, unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen. Sei du groß und mächtig in uns.

Amen.


Segen und Einladung

Liebe Gemeinde, ich wünsche euch Gottes Segen für diese Woche. Lebt Gaudete – lebt die Freude – nicht nur heute, sondern jeden Tag. Möge der Friede Gottes euch begleiten und die Gnade Jesu Christi euch tragen.

Ihr seid herzlich eingeladen zum nächsten Gottesdienst am vierten Advent und zum Heiligabendgottesdienst am 24. Dezember.

Der Herr segne euch alle. Amen.

(Transkribiert und zusammengefasst von KI)

Ähnliche Beiträge