Zeit für Umkehr – Berührt von Gottes Gnade

Gottesdienst vom 08.02.2026 | Prediger: Roland Klement

Ich bin begeistert von seiner Gegenwart. Wenn Jesus uns berührt, dann geschieht etwas ganz Besonderes. Es ist eine Berührung, die nur er uns geben kann. Wie wir vorhin gesungen haben: Diese Berührung hat niemand sonst, denn sie besitzt eine ganz andere Qualität. Es ist eine andere Art, mit uns umzugehen – eine, wie wir Menschen es untereinander oft gar nicht können.

Jesus hat eine einzigartige Art, uns zu berühren. Doch das ist eigentlich gar nicht mein Predigtthema. Denn die eigentliche Frage ist: Lassen wir uns berühren? Sind wir offen dafür, uns genau an den Punkten berühren zu lassen, wo diese Berührung so dringend notwendig ist? Dort, wo sie uns abholen will – mitten in unseren Verstrickungen.

Eigentlich hatte ich zu Beginn der Woche einen ganz anderen Predigtgedanken. Doch ich merke, dass dieses Jahr eine besondere Zeit ist. Nicht nur für mich, sondern auch für viele von uns – wir haben darüber sogar in der Gemeindeleitung gesprochen. Ich glaube, wir befinden uns in einer Phase der Charakterschulung. Jesus möchte uns neu in eine Wesensschulung, ja in eine Wesensveränderung hineinführen. Er will an die Punkte heran, an denen wir seine heilende Berührung brauchen. Dort, wo Schuld, Verstrickung und Verfehlung ans Licht kommen sollen.

Warum deckt Jesus das auf? Nicht, um uns bloßzustellen oder uns beschämt vor Menschen stehen zu lassen. Nein – er will uns berühren, verändern und neu machen. „Siehe, ich mache alles neu“ – das ist das Jahresmotto. Und ich merke: Das geht tief. Sehr tief. Manchmal halten uns Menschen etwas vor Augen, sprechen Dinge an, und man denkt: Hui, da muss ich ran. Doch nicht, weil der andere mir schaden will, sondern weil Jesus uns verändern und gebrauchen möchte. Er will uns heil machen. Dafür brauchen wir eine gefestigte Persönlichkeit.

Manchmal geht dieser Prozess tief hinein, und dann wird es unpopulär. Heute redet man in manchen kirchlichen Kontexten kaum noch über Sünde und Schuld. Vieles wird mit dem Begriff der Liebe Gottes zugedeckt. Doch Sünde und Schuld sind elementare Themen der Bibel. Darum habe ich heute ein klares Bild gewählt: Zeit für Umkehr.


Psalm 51 – Davids Gebet der Umkehr

Diese Woche habe ich Psalm 51 gelesen. Ein Lied Davids, gedichtet, nachdem der Prophet Nathan ihn wegen seines Ehebruchs mit Batseba zur Rede gestellt hatte (Gute Nachricht Bibel 2018).

Gott, du bist reich an Liebe und Güte,
darum erbarme dich über mich, vergib mir meine Verfehlungen.
Nimm meine ganze Schuld von mir,
wasche mich rein von meiner Sünde.

Ich weiß, ich habe Unrecht getan,
meine Fehler stehen mir immer vor Augen.
Nicht nur an Menschen bin ich schuldig geworden –
gegen dich selbst, Gott, habe ich gesündigt.

David erkennt: Seine Schuld richtet sich letztlich gegen Gott selbst. Und er geht noch tiefer:

Gott, schaffe mich neu.
Gib mir ein Herz, das dir völlig gehört,
und einen Geist, der beständig zu dir hält.

Dieses „schaffe mich neu“ ist das gleiche Wort wie am Anfang der Schöpfung: bara – erschaffen. David bittet um eine neue Schöpfung, eine neue Kreatur. Nicht, weil das Alte wertlos wäre, sondern weil es erneuerungsbedürftig ist.

Ich bete dieses Gebet oft selbst: „Gib mir ein Herz, das dir völlig gehört.“ Denn wir brauchen den Heiligen Geist jeden Tag – nicht nur sonntags im Gottesdienst, sondern im Alltag, bei der Arbeit, in der Familie, in schwierigen Begegnungen. Und manchmal ist der Heilige Geist betrübt, weil wir Gott die Treue brechen. Weil unser Herz Dingen nachgeht, die an Gott vorbeiführen. Das ist Sünde – Zielfehler.


Die Geschichte von David und Batseba

Die Geschichte steht in 2. Samuel 11–12. Ich fasse sie zusammen.

David, der gesalbte König, bleibt eines Tages in Jerusalem zurück, während seine Männer in den Krieg ziehen. Warum, wissen wir nicht. Doch genau dort, wo er nicht mehr an seinem Platz ist, beginnt der Fall. Langeweile, Müßiggang – und dann der Blick auf Batseba.

Er sieht sie, begehrt sie, erkundigt sich nach ihr. Er weiß, dass sie verheiratet ist. Und dennoch lässt er sie holen und schläft mit ihr. Die Bibel überspringt neun Monate – Batseba ist schwanger.

David versucht, die Sache zu vertuschen. Er lässt ihren Mann Uria aus dem Krieg holen, doch dieser weigert sich, nach Hause zu gehen. Selbst betrunken bleibt er seiner Verantwortung treu. Schließlich ordnet David indirekt seinen Tod an. Uria stirbt. David nimmt Batseba zur Frau.

Und dann dieser entscheidende Satz:

„In den Augen des Herrn aber war die Sache böse, die David getan hatte.“

Gott greift ein. Er sendet den Propheten Nathan, der David mit einer Geschichte konfrontiert. Am Ende sagt Nathan die Worte, die alles entlarven:

„Du bist der Mann.“

David erkennt seine Schuld. Psalm 51 ist sein Gebet der Buße.


Schuld, Konsequenzen und Gnade

Gott vergibt David – aber die Konsequenzen bleiben. Das Kind stirbt, und das Schwert weicht nicht von Davids Haus. Gnade hebt Verantwortung nicht auf. Doch sie stellt die Beziehung zu Gott wieder her.

Warum ist das alles passiert? Weil David nicht da war, wo er sein sollte. Weil er Leere zugelassen hat. Lust beginnt nicht mit der Tat, sondern mit Blicken und Gedanken. Darum müssen wir die Anfänge der Sünde erkennen.

Sünde betrifft unsere Beziehung zu Gott. Deshalb ruft uns der Psalm zur Ehrlichkeit und zum Bekenntnis auf.


Ein Ausweg: Bekenntnis und Umkehr

Psalm 32 sagt:

Freuen dürfen sich alle,
denen Gott ihr Unrecht vergeben
und ihre Verfehlungen zugedeckt hat.

David beschreibt, wie krank ihn das Verschweigen seiner Schuld gemacht hat. Erst als er bekennt, kommt Befreiung.

Gott ist immer bereit zu vergeben. Das zeigt diese Geschichte deutlich. Und doch nimmt er Sünde ernst.

Der Römerbrief erinnert uns:

Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?


Praktische Schritte

  • Achte auf die Dinge, die dich in Versuchung führen.
  • Meide Orte – auch gedankliche –, an denen du nicht sein solltest.
  • Lass keine Leere entstehen, in der sich Sünde einnisten kann.
  • Fülle dein Leben mit guten, geistlich nährenden Dingen.
  • Bleibe wach im Wort Gottes.

Niemand von uns ist ohne Sünde. Der 1. Johannesbrief sagt klar: Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, belügen wir uns selbst. Doch wenn wir unsere Schuld bekennen, ist Gott treu und gerecht – er vergibt und reinigt.

Sprüche Salomos – vielleicht im Wissen um die Geschichte seiner Eltern – sagen:

Menschen, die ihre Verfehlungen verheimlichen, haben keinen Erfolg.
Wer sie bekennt und lässt, findet Erbarmen.


Das Kreuz – unsere Hoffnung

Jesus hat den Schuldschein, der gegen uns stand, ans Kreuz genagelt. Er ist zerrissen. Für immer. Das ist der Kern des Evangeliums.

Gott geht mit uns nicht so um, wie wir oft miteinander umgehen. Er deckt auf, um zu heilen. Er führt zurück, um neu zu machen.


Gebet

Herr Jesus, du siehst unser Innerstes. Du siehst, wo wir uns verirrt haben. Danke, dass deine Berührung liebevoll, heilend und voller Erbarmen ist. Danke, dass du uns nicht bloßstellst, sondern neu bekleidest. Reinige uns von aller Ungerechtigkeit und führe uns zurück in deine Wahrheit.

Danke für dein Kreuz. Danke für deine Gnade.
In Jesu Namen. Amen.

Der Herr segne uns und behüte uns.
Er lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Er erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns seinen Shalom.
Amen.

(Transkribiert und zusammengefasst von KI)

Ähnliche Beiträge