Der Segen der Einheit

Gottesdienst vom 25.01.2026 | Prediger: Roland Klement

Gute Zeit. Wir sind hier zusammen. Auch wenn wir heute etwas weiter auseinander sitzen, sind wir doch eins. Glaubt ihr das? Glaubt ihr, dass wir eins sind? Wir alle, die wir heute hier sitzen – und auch die, die heute nicht da sind – wir sind eins.

Worin sind wir eins?

Wir haben es vorhin im Lobpreis gehört:
*Du hast uns erwählt. Nun sind wir dein Leib. Du hast uns zusammengeführt. Unser Herz geht auf, Leben strömt hinein, denn du, Jesus, hast uns zusammengeführt.*
Wir sind eins, wir folgen deinem Namen. Wir sind eins, wir ehren dich allein. Trennen kann uns keiner mehr, weil wir dir, Jesus, gehören. Du thronst in Liebe unter uns – und jeder soll es sehen: Wir sind eins.

Auch wenn Stühle zwischen uns stehen, auch wenn wir verschieden sind – wir sind eins. Ein Leib, ein Geist, ein Gott, der uns vereint. Ein Weg, ein Ziel, ein Gott, der Leben gibt.

Der Segen der Einheit

So habe ich diese Predigt überschrieben. Grundlage ist Psalm 133, ein kurzes Lied auf der Pilgerreise von David:

Sieh doch, wie gut und wie kostbar es ist,
wenn Geschwister in Einheit zusammen wohnen.
Das ist wie gutes, duftendes Salböl auf dem Kopf,
das herabfließt auf die Wangen,
auf die Wangen Aarons,
das herabfließt bis zum Saum seines Gewandes.

Das ist wie der Tau, der vom Hermon kommt
und herabtropft auf die Hügel des Zion.
Denn dort bewirkt der Herr Segen,
Leben bis in Ewigkeit.

Ein starkes Bild: Einheit ist wie Salböl, das vom Himmel kommt, fließt und weiterfließt. Wie ein lebensspendender Tau. Wenn Geschwister, wenn eine Gemeinde eins ist, dann ist das ein Segen, der nicht stehen bleibt, sondern hinausgeht.

Ein gemeinsamer Auftrag

Jeder von uns arbeitet irgendwo. In Unternehmen, in Einrichtungen, in Teams. Überall gibt es einen gemeinsamen Auftrag, ein gemeinsames Ziel. Auch wir Christen haben diesen gemeinsamen Auftrag. Wir sind durch Jesu Blut gerettet, gerechtfertigt und befreit. Und wir sind gesandt, Zeugnis zu sein. Menschen zu Jüngern zu machen.

Jesus sagt: Geht hin in alle Welt, macht zu Jüngern alle Völker, tauft sie und lehrt sie. Dafür gibt es Gemeinde. Dafür sind wir hier in Northeim Gemeinde.

Das eint uns.

Und doch sind wir verschieden. Unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Persönlichkeiten, unterschiedliche Erkenntnisse. Ohne Jesus, ohne diesen gemeinsamen Auftrag, wären wir vielleicht gar nicht zusammengekommen. Und trotzdem sind wir hier – weil wir eins sind in ihm.

Warum kommt es trotzdem zu Uneinigkeit?

Weil wir Menschen sind. Unvollkommen. Weil es manchmal an Klarheit fehlt – über den Auftrag oder über das Engagement. Weil es unterschiedliche theologische Sichtweisen gibt. Manchmal gibt es Diskussionen, manchmal Reibung, manchmal auch Distanz.

Aber David sagt: Wie gut und kostbar ist es, wenn Gottes Volk einträchtig zusammenlebt. Denn dann geschieht etwas Kraftvolles. Dann fließt Segen. Dann entsteht ein geistlicher Strom, der Leben bringt – auch in unsere Stadt.

Einheit heißt nicht Gleichmacherei. Einheit heißt nicht, Unterschiede zu leugnen. Einheit heißt, mit all unseren Unterschieden zusammenzukommen und gemeinsam an dem Auftrag Jesu zu arbeiten.

Jesu Gebet für die Einheit

Jesus selbst hat für diese Einheit gebetet – in Johannes 17. Er betet wie ein Hohepriester für seine Gemeinde:

Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen,
dass sie eins seien, wie wir eins sind.

Die Einheit zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist ist das Vorbild. Eine Einheit der Liebe, des Vertrauens, des gemeinsamen Handelns. Jesus wünscht sich, dass wir als Gemeinde in diese göttliche Gemeinschaft hineingenommen werden.

Viermal betont er es:
Dass sie eins seien.
Dass sie vollkommen eins seien.

Warum?

Damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast.

Einheit ist Zeugnis. Einheit macht Gott sichtbar.

Einheit als Kennzeichen der Gemeinde

Paulus greift diesen Gedanken auf. In Epheser 4 schreibt er:

Bemüht euch darum, die Einheit zu bewahren,
die der Geist Gottes euch geschenkt hat.
Sein Friede verbindet euch miteinander.

Diese Einheit ist ein Geschenk – aber sie will bewahrt werden. Durch Demut, Freundlichkeit, Geduld und Liebe. Durch das Aushalten von Unterschieden. Durch gegenseitiges Tragen.

Wenn wir eins sind, werden wir nicht hin- und hergeworfen wie ein Schiff auf stürmischer See. Dann wissen wir, woran wir glauben. Dann lassen wir uns nicht von jeder Meinung verunsichern.

Ein Leib – füreinander da

Die Gemeinde ist ein Leib. Leidet ein Glied, leiden alle mit. Wird eines geehrt, freuen sich alle. Auch die scheinbar schwachen oder unwichtigen Glieder sind unersetzlich.

Einheit zeigt sich ganz praktisch:
im Gebet füreinander,
im Tragen der Schwachen,
im Dasein in schwierigen Zeiten,
im Mitfreuen und Mitweinen.

Das ist Gemeinde.

Was Einheit gefährdet

Paulus warnt auch:

Überhebt euch nicht.
Seid freundlich und geduldig.
Geht in Liebe aufeinander ein.

Stolz, Ungeduld und Lieblosigkeit zerstören Einheit. Frieden hingegen hält sie zusammen. In jeder Gemeinde knirscht es manchmal. Wichtig ist, wie wir damit umgehen.

Wir haben einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe. Einen Gott und Vater, der über allen ist, durch alle wirkt und in allen lebt.

Unser gemeinsames Bekenntnis

Du hast uns erwählt. Nun sind wir dein Leib.
Du hast uns zusammengeführt.
Wir sind eins. Unser Herz geht auf. Leben strömt hinein.

Wir sind eins, folgen deinem Namen.
Wir sind eins, ehren dich allein.
Trennen kann uns keiner mehr,
denn wir gehören dir.

Jesus thronst in Liebe unter uns.
Und jeder soll es sehen:
Wir sind eins.

Gebet

Jesus, danke, dass dir Einheit so wichtig ist. Danke, dass du für uns gebetet hast. Danke, dass du uns zu einer Gemeinde machst, die trotz aller Unterschiede zusammensteht.

Hilf uns, in deiner Liebe zu bleiben. Unterschiede auszuhalten. Frieden zu bewahren. Lass diese Gemeinde eine leuchtende, kraftvolle Quelle für Northeim sein.

Danke für jeden Einzelnen.
Danke, dass du das Haupt der Gemeinde bist.
Wir wollen in allem zu dir emporwachsen.

Amen.

(Transkribiert und zusammengefasst von KI)

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