Siehe, ich mache alles neu – Erneuerung und Vertrauen

Gottesdienst vom 04.01.2026 | Prediger: Roland Klement

Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass der Heilige Geist heute so stark unter uns wirksam ist? Amen. Es ist eine spürbare Präsenz da. Schon in dem Moment, als ihr vorhin mit dem Lobpreis angefangen habt, habe ich gemerkt: da regt sich etwas, da bewegt sich etwas. Und das ist nicht einfach eine Bewegung in uns, sondern der Herr selbst hat sich schon im Vorfeld dieses Gottesdienstes mächtig bewegt. Ich bin unserem Herrn Jesus sehr dankbar dafür.

Er hat zu verschiedenen Leuten schon im Vorfeld gesprochen und diesen Gottesdienst vorbereitet. Ist das nicht wunderbar? Wir müssen uns gar keine großen Sorgen machen. Während wir überlegen, wie ein Gottesdienst ablaufen soll, führt der Herr selbst – wie ein Regisseur – alles zusammen, bereitet Menschen vor, gibt Gedanken ein, und dann fügt sich eins zum anderen. Amen.


Der Herr macht alles neu

„Siehe, ich mache alles neu.“ Dieser Leitvers aus der Jahreslosung begleitet uns durch das Jahr. Als Sarah ihre Begrüßung gehalten hat, dachte ich: Eigentlich hat sie schon die ganze Predigt vorweggenommen. Denn genau dieser Vers, die Jahreslosung der Herrnhuter Brüdergemeine, steht über unserem Jahr – weltweit in Kirchen und Gemeinden.

Ein Wunder ist heute geschehen. Die PowerPoint-Datei, die ich vorbereitet hatte, war defekt und ließ sich nicht öffnen – aber das macht nichts. Der Herr hat sein eigenes Drehbuch.

Wir kommen gerade vom Mahl des Herrn – und da haben wir gehört: Der Kelch ist der neue Bund. Dieser Bund gründet sich auf das Blut, das Jesus für uns vergossen hat. Früher gab es den alten Bund, den Gott mit Israel geschlossen hatte. Doch Israel konnte ihn nicht halten – sie haben den Bund gebrochen. Darum hat Gott gesagt: „Ich schließe einen neuen Bund, durch das Blut meines Sohnes.“

Dieser neue Bund in Jesu Blut ersetzt das Alte, das unbrauchbar geworden war. „Siehe, ich mache alles neu.“ Ein neues Herz, einen neuen Geist – das ist Gottes Absicht. Das Alte hinter sich lassen, neu beginnen. Alles auf Anfang setzen.


Gott – der schöpferische Erneuerer

Ich habe in der Vorbereitung gespürt, dass Gott so unglaublich kreativ ist. In ihm steckt von Anfang an die schöpferische Kraft. Er liebt es, Neues zu schaffen, das Alte zu erneuern. Das ist sein Wesen, sein Beweggrund.

In Hesekiel 36,26 heißt es:
„Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen.“

Das steinerne Herz – das unbewegliche, kontrollierende, stolze Herz – will er wegnehmen. Er will uns ein fleischernes Herz schenken: ein bewegliches, formbares Herz, das sich von Gott berühren lässt. Gott will Lebendiges schaffen. Siehe, ich mache alles neu.

Jesus ist an unserer Erneuerung interessiert – immer wieder neu. Ist das nicht wunderbar?


Vom Anfang bis zum Ende

Die Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ steht in Offenbarung 21 – am Ende der Bibel. Und dort erinnert uns Gott wieder an den Anfang: an die Schöpfung.

Damals hat Gott alles geschaffen – die Tiere, die Vögel, das Meer, die Berge – und jedes Mal sprach er: „Und siehe, es war gut.“ Am Ende sagte er: „Es war sehr gut.“ Vollkommen, rein, schön, gesund.

Gott liebt das Schöne, das Reine, das Unversehrte. Und dieses Sein zieht sich wie ein roter Faden durch sein Wirken: das Schöpferische, das Heile, das Erneuernde.


Ein gutes Ende – auch im Schweren

Gott hat einen guten Anfang gemacht, und er wird auch ein gutes Ende finden. „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.“ Alles liegt in ihm – der Ursprung, der Vollender.

Unser Leben ist eingebettet zwischen diesem Anfang und diesem Ende. Und das gilt auch für schwierige Zeiten.

Christine und ich haben kurz vor Weihnachten einen Todesfall in der Familie erlebt. Eine liebe Verwandte ist gestorben, und wir mussten alles regeln – Wohnung auflösen, Beerdigung organisieren, Ansprechpartner finden. Es war viel Arbeit, zeitlich und emotional.

Doch rückblickend sehen wir: Der Herr war da. Er hat alles geführt. Er hat uns in seiner Kontrolle gehalten. Die richtige Pastorin, die Organisation, die Bewahrung auf den verschneiten Straßen – alles fügte sich.

So traurig es war, so klar war auch: Es hätte gar nicht anders sein können. Gott war da. Das ist Gnade.


Ändere deinen Blick

Ein Satz aus einer Neujahrspredigt hat mich bewegt: „Schlecht sehen wird abgeschafft.“

Ich fand das wunderbar. Ich will nicht mehr schlecht sehen – nicht das Negative, nicht die Angst, nicht die Dunkelheit. Ich will das Gute sehen, das Gott tut. Denn wir dürfen aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens.

Jeder kleine Anfang schenkt neue Hoffnung. Gott liebt es, Neues zu schaffen.


Zwischen Schöpfung und Chaos

Doch schon kurz nach der Schöpfung kam der Durcheinanderwerfer – der Teufel. Er wollte Gottes gute Absichten zerstören. Und das versucht er bis heute. Aber: Er hat schon verloren. Seine Macht ist gebrochen.

Er will uns Angst machen, uns binden, doch unter dem Kreuz Jesu ist er besiegt.

Jesaja 43,19–20 sagt:
„Siehe, ich wirke Neues. Jetzt sprosst es auf – merkt ihr es nicht?
Ich mache einen Weg durch die Wüste, Ströme durch die Einöde.“

Bleib nicht im Alten stehen. Blick nicht auf Vergangenes oder alte Wunder. Schau nach vorn. Gott schafft Neues.

  1. Korinther 5,17 ergänzt:
    „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Wie großartig ist das: In Jesus bist du eine Neuschöpfung!

Gott fragt dich: Wo sind die Schuttberge deines Lebens? Wo ist Gerümpel, das weggeschafft werden muss? Ich durfte das ganz praktisch erleben – Wohnung aufräumen, alte Dinge loslassen. Jesus will auch in deinem Leben aufräumen.


Tag für Tag erneuert

Das Alte ist vergangen, das Neue beginnt – in enger Verbindung mit Jesus. Nur in ihm geschieht echte Erneuerung: das Überwinden alter Muster, das Loslassen von Schuld, Trauer, Angst, Kontrolle.

Ein Satz aus der Neujahrspredigt lautet:
„In den Zwischenräumen meines Alltags wird das Neue sichtbar.“

So wirkt Gott. Unaufdringlich, aber stetig. Die Tage der Wiederherstellung haben begonnen – und sie können jeden Tag in 2026 neu beginnen.

Tag für Tag erneuert Gott deinen Geist. Augenblick für Augenblick.


Wir ermatten nicht

Zum Schluss noch ein Wort aus 2. Korinther 4,16:
„Darum ermatten wir nicht. Wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere Mensch Tag für Tag erneuert.“

Tag für Tag ist Gott mit seinem schöpferischen Werk in dir am Werk.
„Siehe, ich mache alles neu.“ Amen.


Gebet

Jesus, danke, dass du so schöpferisch bist.
Danke, dass wir in dir eine Neuschöpfung sind, dass das Alte vergangen ist.
Du bist vom Anfang bis zum Ende derselbe – unser Ursprung und unser Vollender.

Und obwohl das Alte oft zerbrochen ist, bist du der Neuschöpfer.
In dir wird alles neu. Du gießt deinen Geist aus, lässt Ströme lebendigen Wassers in uns fließen.

Wir geben dir unsere Kontrollgeister, unsere Ängste und Sorgen.
Herr, geh mit uns in neue Wege – als Einzelne und als Gemeinde.
Du bringst alles zu einem guten Ende.

„Der Herr segne und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und schenke euch seinen Shalom.“

Amen.

Zum Abschluss wollen wir gemeinsam das Vaterunser beten:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

(Transkribiert und zusammengefasst von KI)

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