Die Liebe Gottes – Predigt zum Neuen Jahr
Gottesdienst vom 11.01.2026 | Prediger: Georg Messerschmidt
In Johannes 13,34 sprach Jesus: „Ich gebe euch ein neues Gebot.“ In Matthäus 22,35 sprach Jesus von dem größten Gebot. Ich glaube, in euren Ohren hört sich das schon an: „Oh, neues Jahr und gleich Gebote, ne? Boah, das hört sich ja richtig kompliziert an. Wo geht das nur hin?“ Aber so soll es nicht sein. Es ist nämlich ganz anders.
Wenn wir von Geboten und Gesetzen hören, dann haben wir oft erst ein negatives Bild davon. Aber ich möchte heute ein völlig anderes Bild zeigen. Und zwar, schlagt mit mir auf: Erster Johannesbrief, Kapitel 4. Und ich lese von Vers 7 bis 12:
„Geliebte, lasst uns einander lieben, denn die Liebe ist von Gott. Und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht, denn Gott ist Liebe. Darin ist die Liebe Gottes zu uns erschienen, dass Gott seinen einzig eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, dann sollen wir auch einander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet worden.“
So, ihr habt das alles verstanden, was ich gelesen habe, ne? Wer es verstanden hat, der hebt die Hand. Oh, tatsächlich! Super! Diejenigen haben wahrscheinlich verstanden, die diese Bibelstelle schon mal gelesen haben. Und diejenigen, die die Hand gehoben haben, werden es wahrscheinlich auch erlebt haben. Also, macht die Ohren zu, hört nicht zu—ihr könnt euch entspannen, in euren Träumen abschweifen, irgendwo auf heute Nachmittag oder sonstige schönen Dinge.
Und die anderen – die jetzt mitlesen und denken: „Was sagt mir das alles? Was hat das mit den Geboten zu tun?“ – genau für euch geht es jetzt weiter.
Die Quelle der Liebe
Wir haben gelesen, in Vers 7: „Die Liebe ist aus Gott.“ Also, wenn jemand denkt, dass die Liebe aus Georg kommt, der irrt sich, ne? Oder dass die Liebe von dem lieben Roland kommt – der irrt sich auch. Und Roland, die Liebe kommt auch nicht von deiner lieben Frau, ne? Elmar, auch bei dir: Die Liebe kommt nicht von deiner Frau. Das ist eine Wahrheit, die wir mal festhalten sollen.
Das zweite: In Vers 16 steht – „Gott ist die Liebe.“ Wow, das klingt so erhaben, so fest, so geheimnisvoll. Gott ist die Liebe. Wir wissen zwar im Moment noch nicht, wie wir das alles zusammenbringen, aber hört noch ein bisschen zu.
Ihr Lieben, die Liebe ist keine Eigenschaft. Gott ist auch keine Eigenschaft. Die Liebe ist eine Essenz, die Natur des Vaters, des Gottes. Sie ist die Essenz, die Natur des einen, den wir „Vater“ nennen.
Auch Jesus hat, solange er auf der Erde war, immer vom Vater gesprochen, wenn er von Gott sprach. Dieser Vater ist die Essenz der Liebe. Er ist die Liebe selbst. Ein einziges Mal hat Jesus den Vater „Gott“ genannt. Wann? Am Kreuz. Ein anderes Thema – aber tief bedeutungsvoll.
Gott kann nicht anders – Er liebt
Gott kann nicht anders – Er ist Liebe. Georg kann auch anders, ne? Ich versuche zu lieben, manchmal gelingt’s, manchmal nicht. Aber ich bin nicht die Liebe. Meine Familie kann das sicher bezeugen – mein Vatersein war nicht immer Liebe pur. Aber der Vater im Himmel – Gott – ist Liebe. Er kann gar nicht anders, weil Er die Liebe ist.
Wisst ihr, warum ihr lieben könnt? Ganz einfach: Weil Gott liebt.
Wisst ihr, warum ihr denken könnt? Weil Gott denken kann. Wir sind sein Ebenbild. Kein Tier, kein Fisch, kein Vogel – so eindrucksvoll ein Adler auch sein mag – ist ein Ebenbild Gottes. Nur wir Menschen.
Und darum können wir lieben, denken, empfinden – weil Er es kann. Das ist das Wunder der Schöpfung.
Die Dreieinigkeit und die Liebe
Ich möchte euch etwas erzählen von Hans-Peter Royer – er ist beim Herrn, aber viele kennen ihn. Ein großartiger Prediger und Lehrer. Er hatte am Anfang Probleme, die Dreieinigkeit Gottes zu verstehen. Doch als er die Liebe studierte, fand er darin die Erklärung.
Er sagte: „Liebe erfordert drei Dinge: einen Geliebten, einen Liebenden und den Geist der Liebe.“ Ohne diese drei Dinge gibt es keine Liebe. Und plötzlich erkannte er: Das ist die Dreieinigkeit Gottes.
Ein wunderbares Bild.
Denn Liebe existiert nie im Alleinsein. Wenn jemand sagt: „Ich bin verliebt!“ – fragen wir sofort: „Ja, in wen?“ Liebe braucht ein Gegenüber. Und Gott hatte dieses Gegenüber schon, bevor es Menschen gab: „Das ist mein geliebter Sohn.“
Schon vor aller Zeit existierte diese Liebesbeziehung zwischen Vater, Sohn und Geist.
Liebe ist erfahrbar
Ein anderer Lehrer, Pastor Magis aus Berlin – Autor, Psychologe, großartiger Prediger – sagte einmal: „Liebe ist nicht theologisch. Sie ist spürbar. Sie ist beglückend. Sie tut wohl.“
Durch die Liebe können wir Gott erfahren, innerlich erleben.
Liebe kann man nicht sehen, nicht messen, nicht berechnen. Und dennoch – sie wirkt. So wie der Wind unsichtbar ist, aber sichtbar in seiner Wirkung, so ist auch die Liebe Gottes in Bewegung erkennbar.
In Apostelgeschichte 17,27 heißt es: Gott hat bestimmt, dass die Menschen ihn suchen, ob sie ihn wohl tasten, fühlen und finden möchten – denn er ist nicht fern von jedem von uns.
Das bedeutet: Wir können ihn erfahren. Gott ist nicht fern. Seine Liebe ist spürbar.
Offenbarte Liebe
In 1. Johannes 4,9 steht: „Die Liebe Gottes ist uns erschienen.“ In anderen Übersetzungen heißt es: „geoffenbart worden“. Mir gefällt das Wort „geoffenbart“ besser. Es bedeutet: Gott hat uns etwas eröffnet, fühlbar gemacht, innerlich verständlich gemacht.
Die Liebe Gottes ist also erfahrbar, sie kann uns offenbart werden. Und so kam Gott – in Jesus Christus – in diese Welt.
Gott, der das ganze Universum geschaffen hat, sendet seinen Sohn – weil er dich liebt.
Und dieser Tod Jesu Christi, vor 2000 Jahren geschehen, ist heute noch aktuell. Nicht, damit du Gesetze erfüllst, sondern damit du die Liebe Gottes erfährst.
Das ist die Essenz: dass wir Gottes Liebe erleben.
Liebe handelt
In Vers 13 lesen wir: Die Liebe Gottes ist eine handelnde Liebe.
Liebe steht nie still. Sie bewegt, verändert, belebt. Liebe ist sichtbar in ihren Taten – so wie man ein verliebtes Paar auf der Straße erkennt: sie halten Händchen, sehen sich an, freuen sich aneinander.
Liebe bringt etwas in Bewegung. Sie ist wie Wind – unsichtbar, aber spürbar. Oder wie Strom – man sieht ihn nicht, aber man erkennt seine Wirkung.
Liebe ist also nicht intellektuell fassbar, sondern persönlich erfahrbar.
Die Frucht der Liebe
In Galater 5,22 lesen wir: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“
Interessant, oder? Die Liebe steht an erster Stelle – und Selbstbeherrschung am Ende.
Religiös gesehen fangen viele Menschen mit Selbstdisziplin an. Aber in Gottes Ordnung beginnt alles mit Liebe.
Wenn wir Disziplin aus Liebe leben, wird sie zur Freude. Wenn Disziplin ohne Liebe entsteht, wird sie zu Frust.
Darum ist Jesus gekommen – nicht, um Leistung zu fordern, sondern um Liebe zu schenken.
Fazit: Liebe als Ursprung allen Lebens
Bevor die Welt war, bevor es Gebote gab, gab es Liebe. Alles, was Gott tut, entspringt dieser Liebe.
Und diese Liebe ist nicht bloß ein Gedanke oder Prinzip. Sie ist erlebbar. Sie ist Gegenwart. Sie ist in dir, wenn du sie annimmst.
Die Liebe Gottes – sie ist nicht fern. Sie ist da, handelnd, erfahrbar, real.
Und wenn wir lieben, wie Gott liebt, dann lebt Gott in uns – und seine Liebe ist in uns vollendet.
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du der Herr bist.
Dass du Gott bist, der Liebe ist.
Und dass wir dich erleben dürfen – nicht nur vom Hörensagen, sondern in der Erfahrung deiner Liebe.
Wie Hiob einst sagte: „Nun haben meine Augen dich gesehen.“
Herr, lehre uns, deine Liebe zu leben und weiterzugeben.
Amen.
(Transkribiert und zusammengefasst von KI)
