Demut, Liebe und Heiligung – Eine Predigt über Johannes 13
Gottesdienst vom 30.11.2025 | Prediger: Imanuel
Heute möchte ich zu Beginn meinen Dank aussprechen – an unseren Pastor, an die Gemeindeleitung und an euch alle, dass ich heute predigen darf. Vielleicht wird es heute ein wenig länger dauern, aber ich versuche, bis 12 Uhr fertig zu sein. Sollte es länger gehen, möge der Nächste, der nächste Woche predigt, einfach etwas kürzer machen.
Da wir Übersetzung haben, braucht niemand eine zusätzliche Übersetzung, wenn Deutsch gesprochen wird. Ich werde natürlich langsam und Stück für Stück sprechen, damit meine Übersetzerin mitkommen kann. Ich glaube, dass wir heute alle mit „vollen Händen“ die Gemeinde verlassen werden. Deswegen bitte ich euch, mit ganzem Herzen, mit den Ohren des Herzens, zuzuhören.
Einleitung – Der Kontext von Johannes 13
Ich bitte Zareena, das Johannesevangelium, Kapitel 13, auf die Leinwand zu projizieren. Ich hoffe, ihr habt diesen Abschnitt – wie ich es euch am Mittwoch nahegelegt habe – bereits gelesen und darüber nachgedacht.
Seit einigen Wochen vertieft Georg mittwochs die Predigten vom Sonntag. Ich finde diese Art wunderbar und möchte, dass er auch das Thema von heute am Mittwoch erneut mit uns teilt.
Heute geht es um die Fußwaschung Jesu. Ich möchte, dass ihr darüber nachdenkt: Wer brachte das Wasser, und was bedeutet dieses Wasser? Johannes nennt es nicht ausdrücklich – das ist eure Aufgabe bis Mittwoch.
Die Struktur des Evangeliums
Um Kapitel 13 besser zu verstehen, müssen wir das Johannesevangelium als Ganzes betrachten:
- Kapitel 1–7 sprechen über das Leben.
- Kapitel 8–12 sprechen über das Licht.
- Kapitel 13–21 sprechen über die Liebe.
Das Thema heute lautet also Liebe – und genau das zieht sich durch die Kapitel 13 bis 17, die längste und tiefste Unterweisung Jesu an seine Jünger. In diesen Kapiteln spricht Jesus bis Kapitel 16 über den Vater mit seinen Jüngern und in Kapitel 17 mit dem Vater über seine Jünger.
Die Situation im Obersaal
Wir lesen in Lukas 22, dass Jesus mit seinen Jüngern im Obersaal sitzt. Die Jünger beginnen miteinander zu streiten: „Wer von uns ist der Größte?“
Vielleicht sagte Petrus: „Ich bin der Größte, mir wurden die Schlüssel des Himmels gegeben.“
Vielleicht sagten Johannes oder Judas – der die Finanzen verwaltete – ähnliches. Zwölf Menschen, und jeder denkt, er sei wichtiger als der andere.
Jetzt verstehen wir, warum Jesus anfängt, die Füße zu waschen.
Vier Dinge, die Jesus wusste
In Joh 13,1–3 lesen wir, dass Jesus vier Dinge wusste:
- Dass seine Zeit gekommen war, die Welt zu verlassen.
- Dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte.
- Dass er von Gott gekommen war.
- Dass er zu Gott zurückkehren würde.
Das Wort wurde Fleisch – Gott wurde Mensch. Und dieser Mensch Jesus steht nun auf, um seinen Jüngern die Füße zu waschen.
Drei Lektionen, die Jesus lehrt
Jesus möchte uns durch diese Handlung drei Lektionen lehren:
- Demut
- Liebe
- Heiligung
In Hebräer 12,14 heißt es: „Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen.“
Und im Hebräerbrief insgesamt finden wir dreimal das Wort „ohne“:
- Ohne Blutvergießen keine Vergebung.
- Ohne Glauben kein Wohlgefallen bei Gott.
- Ohne Heiligung kein Sehen Gottes.
Darum nenne ich diesen Brief den „Ohne-Brief“.
Die Bedeutung der Füße
In der Bibel stehen die Füße für unser Verhalten – für Wege, die wir gehen, und für unser Leben.
Als Petrus sagt: „Nein, Herr, du sollst mir niemals die Füße waschen!“, denkt er, dass jemand anders das tun müsste. Doch als er erkennt, dass der Herr der Herrlichkeit selbst ihm dienen will, erschrickt er.
Jesus antwortet: „Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.“
Das bedeutet nicht Verdammnis, sondern: keine Gemeinschaft.
Nachdem Petrus das verstanden hat, sagt er: „Dann wasche mich ganz!“
Doch Jesus erwidert: „Wer gebadet ist, braucht nur die Füße zu waschen.“
Die geistliche Bedeutung
Wer an Christus glaubt, ist durch den Heiligen Geist bereits gewaschen (Titus 3,5).
Doch wenn wir durch unser Verhalten beschmutzt werden – durch falsche Wege, durch Sünde –, dann müssen unsere „Füße“ wieder gereinigt werden. Das heißt: wir müssen Buße tun.
Wenn jemand schwach wird, sollen die Geistlichen ihm helfen (Galater 6,1).
Wenn aber kein erfahrener Bruder da ist, dann tut es Christus selbst: er reinigt seine Gemeinde „durch das Wasserbad im Wort“ (Epheser 5).
Das Wort Gottes wäscht uns – es heiligt uns, damit wir „eine makellose Braut“ sind.
Stolz – Die erste Unreinheit
Das Erste, was bei Luzifer den Fall brachte, war Stolz.
Und auch viele Christen und Diener leiden noch darunter.
Jesus möchte, dass wir zuerst unseren Stolz ablegen – das ist der Beginn wahrer Demut.
Sieben Handlungen Jesu beim Fußwaschen
Wenn wir die Verse genau lesen, tat Jesus sieben Dinge:
- Er stand auf vom Mahl.
- Er legte sein Obergewand ab.
- Er nahm ein Tuch.
- Er gürtete sich.
- Er goss Wasser in ein Becken.
- Er wusch die Füße der Jünger.
- Er trocknete sie ab.
Alle sieben Handlungen sind wichtig, aber das Schönste und Bedeutendste ist das Abtrocknen.
Die Bedeutung des Abtrocknens
Das Abtrocknen steht für Barmherzigkeit und Verschwiegenheit.
Manchmal kommen Menschen zu uns, öffnen ihr Herz und bitten um Gebet, um Hilfe.
Wenn wir dann über ihre Fehler reden, haben wir ihre Füße nicht abgetrocknet.
Wir haben sie entblößt.
Das wahre Dienen bedeutet: Waschen und Abtrocknen.
Hilf, bete, aber schweige.
Rede nicht weiter: „Emanuel hat das getan“, „Alice hat das gesagt“.
Das geht niemanden etwas an.
Jesus hat getrocknet – er hat bedeckt. Und genau so sollen auch wir handeln.
Ein Aufruf zur Demut
Das Evangelium ruft uns zur Demut:
„Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an.“
Wie lange wollen wir noch sagen: „Ich bin größer als du“?
Wenn wir das tun, ehren wir Gott nicht.
Bringen wir heute all unseren Stolz zum Kreuz.
Bitten wir: „Herr, wasche mich. Reinige mich mit deinem Wort.“
Beten wir füreinander – täglich. Helfen wir einander, demütig und treu zu bleiben.
Ein persönlicher Gedanke
Paulus sagt: „Ich fürchte, dass ich anderen den Weg gezeigt habe, selbst aber verloren gehe.“
Deshalb sollten wir – egal ob Prediger, Leiter oder Zuhörer – immer wachsam bleiben. Gott hat jeden an seinen Platz gesetzt, damit wir wie Licht und Sonne für ihn leuchten.
Schlussgebet
Herr, heiliger Gott, König der Herrlichkeit, wir bringen deine Gemeinde zu dir.
Reinige uns, heilige uns, gebrauche uns.
Lass uns dein Licht sein.
Mache unsere Worte, unsere Hände, unsere Herzen zu Werkzeugen deiner Liebe.
Wasche uns, Herr, mit deinem Wort und deinem Geist.
In Jesu Namen. Amen.
Nachwort
Vielen Dank an alle, besonders an David und Julian für die anschauliche Darstellung.
Ich bin stolz auf unsere jungen Menschen und danke Gott für sie.
Lasst uns füreinander beten – für Demut, Liebe und Heiligkeit, damit der Herr eines Tages zu uns sagt:
„Gut gemacht, du treuer und gerechter Knecht.“
Amen.
(Transkribiert und zusammengefasst von KI)
